Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 310 (sequence 310)
- Language
- German
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ischen Sprache erfüllt, müssen wir ihn «doch antasten. Die schwere Wirklichkeit stellt uns jedes Jahr vor die Frage: Volksschule oder Kindergarten, und »bei einer derartigen Lage haben wir keine Wahl, wild so beschließen wir, die Zahl der Kindergärten einzuschränken, um wenigstens die Volksschule vor der Vernichtung zu retten, die der Erziehung infolge des Mangels an Mitteln droht. Diese Tendenz ist auch in den statistischen Übersichten zu erkennen. Im Jahre 5679 hatten wir 2525 Kinder in 32 Kindergärten, d. h 24,8°/„ der Gesamtzahl der Kinder in unseren Erziehungsinstitutionen, in diesem Jahre dagegen besuchen 3442 Kinder 86 Kindergärten, d. h. 18,6°/0 der Gesamtzahl der Kinder. Mit anderen Worten: Wir haben zwar die absolute Zahl der Kindergärten vergrößert, aber nicht in dem erforderlichen Maße. Zahlreiche Kinder bleiben zur Zeit außerhalb des Kindergartens, und vergebens pochen ihre Eltern an die Türen unserer Institutionen. Um wenigstens in geringem Maße die Forderungen der Öffentlichkeit zu erfüllen, vergrößern wir die Zahl der Kinder im den Klassen, manchmal über das Maß ihrer Aufnahmefähigkeit hinaus. Im Jahre 5681 bestand fast dieselbe Zahl an Kindergärtnerinnen wie jetzt. Damals arbeiteten 121 Kindergärtnerinnen für 2713 Kinder, jetzt dagegen 125 Kindergärtnerinnen für 3442 Kinder. Für die Erhaltung der Kindergärten geben wir in diesem Jahre die Summe von LE 13.612 aus, was 12,8°/0 unseres Budgets ausmacht. 2. Volksschulen. Die Volksschule nimmt den größten Raum in unserer Arbeit ein und auch in den schwersten Jahren haben wir sie zu erhalten gesucht. Für die Erhaltung dieser Schulen haben wir in diesem Jahre LE 74.465 (= 69,7°/0 unseres Budgets) bestimmt. Die Schule und ihre Verbesserung sind von der Qualität des Lehrers abhängig. Deshalb sind wir bemüht, die Zusammensetzung der Lehrerschaft unserer Anstalten zu verbessern. Wir haben uns bemüht, die ungeeigneten Lehrer durch geeignete zu ersetzen. Besonders deutlich ist die Änderung in der Zusammensetzung der Lehrerschaft an den orthodoxen Schulen. Infolge des Mangels an orthodoxen Lehrern mit pädagogischer Vorbildung waren wir früher gezwungen, Lehrer zu engagieren, die nur in den jud'aistischen Fächern, besonders im Talmud, Kenntnisse besaßen — Lehrer, die im Auslande „Melatmdim" in Talmud-Thoras gewesen waren, Inhaber von Rabbinerdiplomen usw. Den meisten dieser Lehrer fehlte pädagogische Vorbereitung und allgemeine Bildung. Im Laufe der Zeit paßten sie sich der Ordnung einer modernen Schule an, aber dieser Fortschritt, der nur durch Erfahrung und auf Kosten der Schüler erworben wurde, genügte nicht immer. Das Lehrerseminar des „Misraehi" deckt jetzt den Bedarf an ausgebildeten Lehrern. 37 Absolventen dieses Seminars sind in den letzten Jahren als Lehrer in die orthodoxen Schulen gekommen und haben einen Teil der Lehrer des alten Typus ersetzt. Die orthodoxen Schulen, die ursprünglich gewöhnliche Talmud-Thoras waren, verwandeln sich allmählich in moderne Schulen, bewahren dabei aber - 310 —