Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 301 (sequence 301)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9038125-9038422--1650-9038721- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Departement für städtische Kolonisation benutzte beide Zeitschriften zu Veröffentlichungen über ihre Auffassung des wirtschaftlichen Lebens im Lande. Sie wird auch in Zukunft diese Presse für ihre Erziehungsarbeit benützen, die für unsere Industrie und unseren Handel so notwendig ist. Die Beziehungen zur Regierung. Unser Departement verteidigt der Regierung gegenüber die elementaren Interessen der Industrie im Lande und bemühte sich in vielen Fällen bei der Regierung um die Änderung ihrer Wirtschafts- Politik. Wir müssen hervorheben, daß keine offizielle Stelle bei der Regierung existiert, deren Aufgabe es ist, sich mit der Entwicklung, der Industrie im Lande zu befassen. Die Abteilung für Handel und Industrie der Regierung, die im Lande 1920 geschaffen wurde, wurde im Jahre 1923 aus Sparsamkeitsgründen wieder geschlossen und ihre Arbeit wurde der Zoll- Abteilung übertragen. Nun ist es klar, daß die Interessen der Vergrößerung der Zoll-Einnahmen mit den Interessen der Stärkung der Industrie nicht immer Hand in Hand gehen. So z. B. liegen dieser Abteilung Vorschläge vor, Änderungen im Zollsystem mit Syrien einzuführen, die die Einnahmen aus Zollabgaben vergrößern, dabei aber der mit Syrien als Ausfuhrgebiet verbundenen Industrie großen Schaden zufügen würden. Außer einer Reihe mit Zoll und Abgaben verbundenen Probleme, die für die Entwicklung einer Industrie von Bedeutung sind, gibt es noch eine Reihe von Problemen der Wirtschaftspolitik der Regierung, die nicht in den Kompetenzbereich des Zoll-Departements fallen: Die Frage von Export-Prämien, die Bodenbeschaffung für die Industrie, Befreiung neuer Industrieen von jeder Zollabgabe in der ersten Zeit, billige Transporttarife für die industriellen Erzeugnisse, die Frage der Verwendung von Lan des¬ Erzeugnissen durch die Regierungsstellen und noch eine Reihe anderer Probleme, die geeignet sind, auf die Entwicklung einer Industrie bestimmend einzuwirken, und die in jedem Lande von einer Regierungsstelle aus geregelt werden, fordern gebieterisch auch in Palästina die Schaffung einer besonderen Regierungsstelle, deren Aufgabe es ist, für die Bedürfnisse der Industrie zu sorgen. Nach nur sechsmonatlichem Bestehen unseres Departements ist es schwer, die Tätigkeit zusammenzufassen, insbesondere wenn man die schwierigen Bedingungen berücksichtigt, unter denen die Arbeit getan wurde. Dfoch glauben wir, daß wir die Probleme der städtischen Kolonisation hier dargelegt und die Wege gezeigt haben. Viel Vorbereitungsarbeit wurde geleistet; die Öffentlichkeit kennt und schätzt die Bedeutung der Probleme und wir können heute zu systematischer planvoller Arbeit übergehen. Doch liegt vor uns ein schwerer und langer Weg. Viele Hindernisse liegen auf unserem Wege, zum Teil sind diese von uns und zum Teil von außer uns liegenden Faktoren abhängig. Doch hat — 301 —