Mannheim
Compact Memory

Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1927-08-30 · XV (1927) · p. Seite 298

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XV (1927)
Date
1927-08-30
Page
Seite 298 (sequence 298)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9038125-9038422--1647-9038718
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Einkauf. Im Lande gibt es eine Reihe von Produkten der landwirtschaftlichen Betriebe, die für industrielle Bearbeitung in Betracht kommen. Einige dieser Stoffe sind1 bereits durch die Industrie verarbeitet worden: so z. B. Mehl, Wein, Seife, Parfum, Leder, Holz für Jalousien usw. Eine Reihe von anderen Stoffen warten noch auf eine industrielle Ausnutzung, wie z. B. Durrah- (zur Fabrikation von Spiritus und Stärke), Gerste (für die Herstellung von' Bier) usw. Es gibt ferner eine Reihe von natürlichen Stoffen, die schon heute manchen Industrieen zur Grundlage dienen: Zement, Ziegel, Gips, Salz, Marmor usw. In nächster Zukunft werden ebenso eine Reihe neuer Stoffe in den Bereich industrieller Bearbeitung einbezogen werden, insbesondere die Schätze am Toten Meere. Doch sind: die meisten im Lande arbeitenden Industriezweige auf Rohstoffen basiert, die aus idem Auslände eingeführt werden müssen. Ebenso verwenden auch diejenigen Industrieen, die die Produkte des Landes verarbeiten, ebenfalls Rohstoffe aus dem Auslande. So z. B. verwenden die „Großen Mühlen" in Haifa außer dem palMimensischen Weizen große Mengen von australischem Weizen, der dem palästinensischen beigemischt werden muß. Ebenso muß die Zigaretten- Industrie den aus Palästina stammenden Tabak mit Tabaksorten aus dem. Auslande vermengen. Die meisten' der im Lande arbeitenden Industrieen1 sind auf aus dem Auslande importierte Rohstoffe angewiesen, so insbesondere die TextiUmdustrie, die im Lande besonderer Entwicklung fähig ist. Die Erfahrung anderer Länder zeigte uns schon, daß nicht das Vorhandensein oder das Fehlen von Rohstoffen die Entwicklung der Industrie eines Landes entscheidend1 beeinflußt, zumal nicht mehr in der modernen Zeit der technischen Entwicklung aller Transportmittel. Der Hauptfaktor für die Entwicklung einer Industrie ist der Absatz. Fast die gesamte Industrie der Schweiz und Italiens sind auf Rohmaterialien basiert, die aus dem Auslande importiert wurden. Die ägyptische Zigaretten.'-In.dustrie bezieht ganz und gar ihre Rohstoffe aus dem Auslande, nämlich Tabak und Papier. Die Textil-Imdustrie vom ganz Europa benutzt Baumwolle aus fernen Ländern und darin ist Palästina als Nachbarland von Ägypten, dem Ursprungsland der Baumwolle, das z. B. die mächtige Textil-Inldustrie vom Manchester versorgt, günstiger daran, als manche andere Länder. Die meisten in Palästina notwendigen Rohstoffe wurden im Laufe des vorigen Jahres vom einem Einfuhrzoll befreit, sodaß auch in dieser Beziehung kein Hinderungsgrund für eine Entwicklung der Industrieen besteht. Trotz alledem ist die Lage der kleineren und mittlerem Betriebe hm Lande keine günstige, da es ihnen nicht möglich ist, die Rohstoffe direkt aus dem Auslande zu beziehen, sie daher von den großen Handelshäusern und Lagern im Lande zu sehr abhängig sind, die ihnen ihre Bedingungen dik- — 298 —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.