Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 280 (sequence 280)
- Language
- German
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B. Städtische Kolonisation. 1. Die allgemeine Situation. Der 14. Kongreß voan August 1925' fiel in die Zeit des Anwachsens der Einwanderung aus vermögenden Kreisen, in die Zeit der glänzenden Hoffnungen,, die mit dieser Einwanderung verknüpft waren. Die Sitzung des1 Aktionskomitees, die die Schaffung eines besonderen Departemente für städtische Kolonisation unter der Leitung von M. Dizengoff beschloß, fand im Juli 1926 statt, zu einer Zeit, da die Einwanderung fast gänzlich unterbrochen! war, der Prozeß der Auswanderung von Menschen und von Vermögen begann, als sich die mit dieser Auswanderung verbundenen Folgen schon bemerkbar machten unld alle das Bedürfnis fühlten, Wege zur Besserung der Lage zu finden. Das Wesen der Krisis. Die bald nach der Beendigung des 14. Kongresses hereinbrechende und bis heute andauernde Krisis wird von vielen als eine Krisis der gesamten jüdischen Wirtschaft im Lande angesehen, während sie in der Tat nur eine Krisis der Einwanderung ist und derjenigen Wirtschaftszweige, die in Verbindung mit der ständigen neuen Einwanderung geschaffen und ausgebaut wurden. Dagegen hat sich die Lage d!er a 1 lgem einen jüdi schen W i r t- Schaft im Lande trotz dieser Krisis der Einwanderung und der mit ihr verbundenem Wirtschaftszweige im Laufe der beiden letzten Jahre wesentlich gebessert. Das wichtigste Gebiet der Landwirtschaft, der Pflanzungsbau, hat sich außerordentlich günstig emtwiekelt und befindet sich gegenwärtig in einer Zeit der Blüte. Im Laufe dieser Zeit wurden 13840 Dunam Pflanzungen neu angebaut, d. h. die mit Orangenpflanizungeii bebaute Fläche ist um 37°/ö angewachsen, während ein Betrag von L 500.000 in diese Pflanzungen investiert wurde. Die Lage auch der übrigen Laindwirtsc.haftszwe.ige ist nicht etwa schwieriger als sie vor zwei Jahren war. Ebenso hat sich im Laufe der beiden letzten Jahre die jüdische Industrie entwickelt und' konsolidiert, so daß wir schon auf eine Reihe von industriellen Unternehmungen hinweisen können, die Initiative haben und mit Erfolg arbeiten. Im Juli 1926 beschäftigte die Industrie 6000 Arbeiter, während deren Zahl, im Juli 1925 nicht mehr als 5000 betrug. Ebenso ist ein Anwachsen des investierten Kapitales um L 300.000 in dieser Zeit zu verzeichnen (im Jahre 1925 betrug das in industriellen Unternehmungen investierte Kapital L 2,000.000, während' es im Jahre 1926 L 2,300.000 erreichte). - 2S0 -