Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 255 (sequence 255)
- Language
- German
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daß dieses Vermögen «nicht nur in barem Gelde, sondern auch in Grundbesitz, Maschinen oder Waren bestehen durfte. Auch gelang es den Bemühungen des Palästina-Amtes durchzusetzen, daß die Vermögenswerte nicht-nur nach den „Policen" englischer Versicherungsgesellschaften abgeschätzt werden mußten, die noch dazu in Polen keine Vertretung besaßen. Der Touristen-Wanderung jedoch bereiteten die Kontrollbeamten mehr und mehr Schwierigkeiten, bis sie die Gewährung von Visen an Touristen überhaupt untersagten, was zu heftigen Protesten der gesamten polnischen Judenheit führte. Es wurden dann Visen für Touristen nur zu Pessach erteilt und nur für eine Geltungsdauer von einem Monat. Diese Beschränkungen bestanden lange Zeit hindurch. Nach langen Bemühungen war es auch gelungen durchzusetzen, daß der Regierungsbeamte an Leute mit Vermögen nach seinem Ermessen Visen erteilen konnte, doch mußte dieser Beamte bald darauf Warschau verlassen und der an seine Stelle gekommene Beamte hatte nicht das Recht, nach eigenem Ermessen zu beschließen. Es mußte — außer in den Fällen von Anforderungen und Zertifikaten — in jedem einzelnen Falle die Regierung in Jerusalem angefragt werden. Das Warschauer Palästina-Amt war seitens der Regierungsbehörden für die Ordnung der jüdischen Einwanderung anerkannt und dank seiner guten' Arbeits-Beziehungen zu den Regierungs- Institutionen in Warschau gelang es ihm, für die Übersiedelnden Erleichterungen zu erlangen. So gelang es ihm;, die Pässe für unsere Auswanderer ohne Entgelt zu erhalten, während der Preis eines Auslandspasses in Polen 100 Dollar betrug. Das Palästinaamt organisierte die Einwanderer in Gruppen, die unter Begleitung eines besonderen Beamten des Palästimaamtes die Reise ausführten. Solche Gruppen erhielten auch auf der Eisenbahn eine Ermäßigung von 25°/0; auch konnte das Amt für die Beförderung des Gepäckes der Übersiedelnden große Ermäßigungen erlangen. Dabei ist zu erwähnen, daß das Polnische Regierungs-Auswanderungs-Departement dem Amte behilflich war. Im Jahre 1925 wurden durch das Palästinaamt ca. 30.000 Einwanderer registriert, die aus allen Schichten stammten; darunter befanden sich eine Reihe von kleinen Handwerkern, deren eigenes Vermögen 200—250 L betrug, und auf Grund unserer Verhandlungen mit den Regierungsbehörden wurde im Einwanderungsgesetz eine solche besondere Kategorie geschaffen. Im ganzen betrug die Einwanderung von Vermögenden im Jahre 1925 34,5°/0 der gesamten Einwanderung. Ein großer Teil der Einwanderer war aus der Klasse der Zertifikate, da wir nach Polen 35—40°/rt der Zertifikate sandten. Die nachfolgenden Tabellen geben ein Bild von der Tätigkeit des Warschauer Palästinaamtes: — 255 -