Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 254 (sequence 254)
- Language
- German
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hatte er nicht das Recht in Sachen der Einwanderung von Vermögenden zu beschließen, was nicht wenig zur Verminderung dieser Einwanderung beitaug. Der Mitte 1926 nach Warschau gesandte Regierungsbeamte hatte zwar — nach langen Bemühungen in London, und in Jerusalem — das Recht, auch über diese Einwanderungs-Kategorien zu beschließen, doch (kam diese Erleichterung zu spät, da sich mittlerweile die materielle Lage der Juden in Polen so sehr verschlechtert hatte. Im Laufe der Berichtsperiode erhielt das Palästinaamt in Warschau Zertifikate der zionistischen Organisation in folgender Anzahl: Januar-März 1925 — 3 Monate — 770 für Männer, 93 für Frauen April-September 1925 — 6 Monate — 2360 für Männer, 793 für Frauen Okt. 1925 bis März 1926 — 6 Monate 2387 für Männer, 1123 für Frauen April-Sept. 1926 — 6 Monate — 900 für Männer, 100 für Frauen (auf Namen« lautend) Okt. 1926 bis März 1927 — 6 Monate — 75 für Männer, 115 für Frauen (auf Namen lautend). Das Verlangen nach Zertifikaten war in der zweiten Hälfte des Jahres 1926 gewaltig. Vertreter der Arbeitsabteilung von Warschau reisten damals in alle polnischen Städte, um die Kandidaten für eine Übersiedlung nach Palästina auszuwählen und zu bestätigen, damit nicht tausende von jungen Leuten zu diesem Zwecke nach Warschau zu reisen brauchten. Wie groß das Verlangen nach Zertifikaten war, geht auch aus der Tatsache hervor, daß in den letzten Tagen des Monates März, als die Gültigkeitszeit der letzten Zertifikate abzulaufen drohte, das Amt in Warschau noch 500 Zertifikate erhielt, die in den Ämtern in Berlin, Kowno, Riga, Reval, Antwerpen, London, Paris, Saloniki, Czernowitz, Galatz, Sofia, Konstantinopel und Rotterdam unbenutzt geblieben waren. Vom April 1926 ab, da die Krisis und die Arbeitslosigkeit im Lande immer größer wurden, wurden bis Oktober 1926 nur noch 900 Zertifikate für Männer nach Polen gesandt mit der ausdrücklichen Weisung, diese nur an Chaluzim und Familienmitglieder auszuhändigen, die aus dem Lande angefordert wurden und auf Grund einer ausdrücklichen Empfehlung der zionistischen Organisation in jedem Einzelfalle. Für Mädchen wurden überhaupt keine Zertifikate mehr ausgegeben; erst Ende März 1927 konnten wir von der Regierung 100 auf Namen ausgestellte Zertifikate für Mädchen erhalten, die aus dem Lande angefordert wurden. Die Anwesenheit eines KontroUbeamten der Regierung erleichterte in vielen Fällen die Erledigung der Visen-Angelegenheiten; in vielen Fällen jedoch mußte das Palästina-Amt gegen erschwerende Bestimmungen, die diese Beamten erließen, einen heftigen Kampf führen, so z. B. gelang es ihm nach vielen Bemühungen erst, die Bestimmung aufzuheben, daß Familienangehörige bis zu den kleinsten Kindern nach Warschau zur Kontrolle kommen sollten. Die Einführung der Kategorie von Handwerkern, deren Vermögen 250 L betrug, war erst von Bedeutung, als es gelang durchzusetzen,