Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 130 (sequence 155)
- Language
- German
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— 130 — Dieser Zersplitterung der Widmungen sollte u. a. dadurch entgegengewirkt werden, daß zumindest bei Beginn einer neuen Widmung ein Minimalbeitrag in entsprechender Höhe gefordert wird, der einigermaßen Gewähr für den ernsten Willen der Initiatoren bietet. d) Die Selbsbesteuerung hat sich in der bisherigen Form nicht einzubürgern vermocht. Deshalb suchten wir die an und für sich große Idee dadurch zu behaupten, daß wir die Parole „Selbstbesteuerung durch die Büchse" verbreiteten, wonach in jede N.F.-Büchse täglich 2 Heller gegeben werden sollen. Die Befolgung dieser Parole wäre bei jeder Büchsenleerung zu überwachen, allenfalls durch Einforderung eines Nachschusses auf den zu geringen Büchsenertrag zu erreichen. Falls sich unsere Parole bewährt, werden wir für die Abschaffung der alten Selbstbesteuerungsform eintreten. e) Postwertzeichen und Materialien werden von uns neben der Berliner Philateliezentrale weitergesammelt. Da wir bezüglich der Postwertzeichen auf die Sendungen aus Osterreich beschränkt sind, mußte der Erlös zum Teil aus dem Verkauf der Kiloware gezogen werden. An Materialien wurden vorerst nur Staniol — dieses ist am einträglichsten — und Flaschenkapseln, sowie unbenutzte Posterlagscheine und verdorbene Wechselblankette verwertet. Der Bruttoertrag war 1909 751 Kr.,. 1910 800 Kr., 1911 bis 15. Mai 395 Kr. Die Zentralisierung dieser Sammlungen bei den Lokalstellen ist schon der Portoersparnis wegen dringend zu wünschen. Der Erfolg der vom D-Kommissär in Stanislau versuchten Verwertung von Orangenschalen für die Likörerzeugung steht noch aus. Da das vom Staat angestrebte Zündholzmonopol die Schaffung einer zionistischen Zündholzmarke vereitelt hat, haben wir die Einführung anderer zionistischer Artikel ins Auge gefaßt, doch sind die bezüglichen Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. f) Allgemeine Spenden werden zumeist bei Hochzeiten und sonstigen Familienfesten gesammelt. Auch die sogenannten „Karoth"-Sammlungen, für welche wir entsprechende deutsch-hebräische Plakate gratis bereitstellten, wurden hier eingerechnet. g) Die Ölbaum spende wurde ausschließlich für den Herzlwald verwendet. Es wurden gestiftet vor 1909...........3493 Bäume, 1909...........2084 1910...........2413 1911 bis 15. Mai 588 zusammen. . .8578 Bäume. Die Diplome für die Stifter von mehr als 5 Bäumen und die Quittungskarten haben wir besorgt. Die Anlage eines Buches zur Evidenzhaltung der Gärten und Haine wird von uns geplant. Herzls Jahrzeit ist stets der Höhepunkt der Agitation für die Ölbaumspende und sonach auch des Ertrags. Wenn erst über die Anlage und Entwicklung der Pflanzungen in Palästina und über die Kenntlichmachung der Bäume und Baumgruppen für die Stifter Näheres verlautbaren wird, ist eine bedeutende Steigerung des Ertrags aus diesem Sammelmittel bestimmt zu erwarten.