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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1911-08-09 · X (1911) · p. Seite 94

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
X (1911)
Date
1911-08-09
Page
Seite 94 (sequence 113)
Language
German
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IRI
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Eine der schönsten Errungenschaften des zionistischen Gedankens während der zwei letzten Jahre ist die Gründung des hebräischen Schulvereins für Galizien und die Bukowina, der seinen Sitz in Lemberg hat. Er ist neben den palästinensischen hebräischen Schulvereinen die einzige hebräische Schulorganisation der Judenheit. Er umfaßt über 30 hebräische Schulen neuen Systems mit ca. 5000 Schülern. S sin Zweck ist die Gründung hebräischer Schulen, die Subventionierung bereits bestehender, die Einrichtung von Kindergärten mit hebräischer Vortragssprache, die Schaffung eines hebräischen Lehrerseminars, mit einem Wort, die Organisation des galizischen hebräischen Schulwesens in materieller und pädagogischer Hinsicht. In letzterer Richtung wird der Schulverein vom hebräischen Lehrerverbande tätig unterstützt. Gründer des Schulvereins war unser Gesinnungsgenosse Salomon Schiller, zurzeit Professor am Jerusalemer Gymnasium. Der jetzige Leiter ist Dr. Ph. Korngrün. Es ist. zu erwarten, daß der hebräische Schulverein schon in den nächsten Jahren ein Kulturfaktor ersten Ranges im galizischen Judentum werden Avird. In Galizien existieren folgende zionistische Preßorgane. In polnischer Sprache „Wschod" (Wochenblatt),?;MoriähÄ (Monatsschrift), „Haschachar" (Jugendblatt), „Slowozydowskie" (dreimal monatlich), in jüdischerSprache das n Lemberger Tagblatt" und die Wochenblätter ,.Rzeszower Volkszeitung" und n DerVolksfreund a (Sanok); in hebräischer Sprache „Hamicpe u und } Snunith ". Die zionistische Landespolitik hat zwar manche schätzbare Kraft der rein zionistischen Organisations-, Palästina- und Kulturarbeit entfremdet; sie hat aber die Volkmasse unserer Bewegung näher gebracht, und den gegenseitigen Kontakt gestärkt. Der Jüdische Klub hat nicht nur in allen politischen Tagesfragen sein jüdisches Wort gesprochen, er hat auch durch seine bloße Existenz die Ehre des jüdischen Volkes hochgehalten. Darin lag auch seine zionistische Bedeutung. Leider ist die Macht, zu der die Organisation durch die Landespolitik geworden ist, nicht genügend für zionistische Zwecke ausgenutzt worden. Die Assimilanten und Sozialisten sowie ein großer Teil der Orthodoxen stehen uns feindlich gegenüber; aber die Jugend ist im zionistischen Lager. Unser Ansehen ist seit dem letzten Kongreß entschieden gewachsen. Was die rein palästinensische Arbeit betrifft, so ist an erster Stelle die Arbeit unseres Gesinnungsgenossen Dr. Alexander Hausmann zu nennen, der durch Wort und Schrift die Kunde von Palästina fördert und verbreitet, und der auch fünf Bezalelausstellungen veranstaltet und für den Bezalel und den Landkauf in Palästina zirka 20 000 Kr. gesammelt hat. Im Verhalten der Nichtjuden unserer Bewegung gegenüber hat sich nichts geändert; die Polen sind Gegner des Zionismus, über den sie von Assimilanten bewußt falsch informiert werden. Die Ruthenen erkennen die Juden als besonderes Volk an. In den jüdischen Massen Galiziens gibt es noch eine Menge latenten Zionismus; es bedarf aber unablässiger energischer Arbeit, um ihn in einen realen Wert umzusetzen.

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