Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 88 (sequence 107)
- Language
- German
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— 88 — turns zu festigen und aus dem umgebenden Brand religiösen Abfalls lind religiöser Verneinung zu retten. Zur Seite standen den deutschen Gesetzestreuen dabei die traurigen Erfahrungen aus ihrer eigenen lehrreichen Geschichte im verflossenen Jahrhundert, wo aus dem Eingen des altjüdischcn Geistes mit den überwältigenden modernen Kulturformen ein kleines. Häuflein fahnentreuer Gefolgsleute übrig geblieben war; zur treibenden Kraft ward ihnen der unzerstörbare Glaube an die Heiligkeit, Ewigkeit und Unverbrüchlichkeit ihrer geoffenbarten Grundsätze und deren endliche sieghafte Allgewalt., Als wichtigstes Arbeitsfeld erkannten sie die Sicherung und Eroberung der Jugend, die, in eine Welt widerstreitender Meinungen hineingestellt, nicht die richtige Wahl allein zu treffen vermag, und die ja später Träger und Vollender des neuen Jischubgedaukens werden soll. In Jaffa führte dieses Bestreben zur Übernahme und Reorganisation der Tachkemonischule, die früher von einigen Avackern Jaffaer Kauflcuten zu demselben Zwecke ins Leben gerufen worden war. Weit über den Kähmen anderer Schulen hinaus faßt daher die Tachkemonischule ihre Aufgabe als mitwirkender Faktor bei der Gestaltung des unrin 31-1 auf. Als sozialer Bestandteil desselben will sie auf die Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse einwirken und das Milieu schaffen helfen, das ihre Erfolge nicht illusorisch macht, das nicht wieder einreißt, was sie mühsam aufgebaut hat. Sie fühlt sich daher vornehmlich als Erziehungsstätte im weitesten Umfange und gewährt innerhalb dieser universellen Aufgabe der eigentlichen Bildungsarbeit nur das Terrain einer besondern ^pädagogischen Provinz". Ereilich läßt sich für die nächste Gegenwart noch keine feststehende Praxis zur Erreichung dieser hohen Ziele angeben; freilich wäre es noch verfrüht, diese Gesamterziehung nach dem Plane eines idealen Systems jüdischer Pädagogik, —- das, als unterste Stufe einer sozial-jüdischen Reformwissenschaft gedacht, eine ideale jüdische Gesellschaft voraussetzt, — zu regeln, Zunächst vollzieht sich das palästinensische Erziehungswerk noch unter anormalen Verhältnissen und muß sich darauf beschränken, von den gegebenen Verhältnissen aus allerlei nützliche Einzelwegc ausfindig zu machen und die notwendige Flickarbeit zu leisten, um sich so selbst erst das Objekt zur Anwendung seiner allgemeinen hohen Gesichtspunkte zu schaffen. Als durchschlagendes Prinzip, das von Anbeginn der Arbeit nie außeracht gelassen werden darf, gilt die entschiedene Richtung der Erziehung auf Erez Israel. Die junge Generation für das wieder neu erworbene Land großzuziehen, ist unsere Devise! Liebe und Begeisterung für die Stätten, die unsern sehnsuchtsvollen Augen so lange entschwunden waren, dem jugendlichen Gemüte einzupflanzen, gilt uns als vornehmste Pflicht! Die Freude an der Arbeit für dieses Land, die Lust am Schaffen für die heilige Erde, um sie wieder im alten verlorenen Glänze erstehen zu lassen, bilden die Grundtugenden, die wir unsern Schülern mit auf den Lebensweg geben möchten. Erziehung und Unterricht sollen beide vereint in dem Sinne wirken, die Jugend