Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 62 (sequence 75)
- Language
- German
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tragen werden kann. Publikationen, die in Wien geschrieben und gedruckt werden, enthalten nach Ansicht Berliner Gesinnungsgenossen bedenkliche „Austriazismen". Das Jüdisch, das in Wilna geschrieben wird, erscheint den Lemberger Zionisten zu „russisch", und das englische Flugblatt, das in New-York verfaßt wird, hält der Engländer zu „amerikanisch" usw. Mit der Herstellung der Flugschriften im Lande selbst schwinden allmählich diese Mißstände. Korrespondenz. Unsere vielsprachige Korrespondenz bildet ebenfalls einen wichtigen Bestandteil unserer Propagandatätigkeit. Abgesehen von der fortgesetzten Einwirkung des Hauptbureaus auf Sammelstellen und Vertrauensmänner benutzen wir jede Gelegenheit, um Fernerstehende für unsere hohe Idee zu interessieren und aus den Kreisen wohlhabender Juden Zuwendungen für den Nationalfonds zu erlangen. Im letzten Jahre haben wir den schriftlichen Verkehr mit den überseeischen Ländern in englischer Sprache besonders intensiv gestaltet, was sicherlich viel zu den guten Erfolgen dieser Länder beigetragen hat. Mündliche Propaganda. Im großen und ganzen hat sich der N. F. bisher auf die schriftliche Propaganda beschränken müssen. Eine gewisse mündliche Agitation wird allerdings fortgesetzt durch jeden unserer Freunde betrieben, der einen Fernerstehenden zu einer Spende veranlaßt. Außerdem wird fast in jeder zionistischen Versammlung für den N. F. gespendet, meist nach einigen anregenden Worten des Vorsitzenden, in denen er die Zwecke unserer Fonds erklärt. Eine planmäßige Propaganda durch gute und vollständig informierte Bedner, die speziell über die Ziele des N. F., seine Unternehmungen, seine Erfolge sprechen, die durch Konferenzen mit einflußreichen Persönlichkeiten, wie Vorsteher von Gemeinden, Stiftungen usw., diese für unsere Schöpfungen engagieren, ist ein Problem, das uns seit langem lelhaft beschäftigt und an dessen Lösung demnächst wird herangetreten werden müssen. W^enn sich der Nationalfonds in den ersten Jahren seines Bestehens notgedrungen mehr auf die Erlangung kleinerer Spenden konzentrieren mußte, so ist er nunmehr in ein Stadium getreten, das ihm ermöglicht, auf Grund seines stattlichen Vermögens von drei Millionen einerseits und seiner bahnbrechenden Unternehmungen in Palästina anderseits, durch persönliche Intervention Kreise der Judenheit heranzuziehen, die bisher uns und dem Zionismus überhaupt vollständig fernstanden. Die in dieser Pachtung bereits erzielten Erfolge geben uns einen Begriff davon, was sich bei einer planmäßigen, zielbewußten Tätigkeit hier erreichen ließe. Wir erinnern nur an die Dessauer Kultusgemeinde, die auf N. F.-Boden Ölbaumplantagen anlegen läßt, an die Stiftung von Baruch Kahane, der hierdurch seinen Namen mit einer zu schaffenden Kolonie für immer verknüpft hat, an die Schenkung des Gan-Schmuel in Chederah durch das