Mannheim
Compact Memory

Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 86

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 86 (sequence 88)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/6467833-8970266-8970284--0690-8963910
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 86 Gedanken wird Tat werden. Mit diesem Wunsch, daß es sich erfülle, scheiden mir- Simonsohn erhält das Schlußwcrt: In Dingen der praktischen Arbeit etwas Neues zu sagen, ist schwer, und wenn es gefchehen ist, dann ist das ein Prüfstein sür unsere A.J.-Versammlung, die sich auch da bewährt hat. Es ist schwer zu antworten aus die Fülle von Fragen. Zu dem was vr. Silberberg^Posen über Jugendheime und Wandern sagte, weise ich aus das, was gerade dort Herr Krzyzkowsky geleistet hat, hin. — Herrn Gottfried Frankel antworte ich: Er war mir sehr sympathisch, dieser junge Mann hat zu meinem Herzen gesprachen, weil er aus Kämpfen herausspricht, wie ich sie auch durchgemacht habe, wenn auch in anderen Vereinen. Aber es zeigt auch, wie falsch Man denken kann und denken lernen kann׳. ' Er ist im Herzen thoratreu, aber er wußte nicht, was er sagte. So falsch arbeitet der Blau-Weiß unbewußt, wie erst bewußt! Ich habe einmal ein Lied davon ׳gesungen, es ist nicht zum Druck in den ״Blättern" gelangt. Ich habe hier einen Brief, den Frl. Stein von der Berliner Bundesleitung erhalten, darin ist ihr die Alternative gestellt: entweder Agudoh oder Blau-Weiß. Nicht wir haben das Tischtuch zwischen ihnen und uns zerschnitten, sondern sie, und es wird nicht geflickt werden, bis der Blau-Weiß einsieht, daß der Weg zum Judentum über die Thauroh führt. Ueberhaupt muß das Urteil von Frl. Stein über Blau-Weiß in jeder Beziehung maßgebend sein. — Als Antwort auf verschiedene Einwände sage ich zu den Parteien: ״Ich kenne keine Parteien mehr"!seit die!Agudoh aus den Plan ׳getreten ist und das Klall darstellt. — Zur Po׳litisierun g: Nicht wollen wir gewalttätig politisteren, sondern so arbeiten, daß wir unser Ziel erreichen. — Zur U e b e r b ü r d u n g d e r Schüler: Ich glaube nicht daran, man kann in der Schule Tüchtiges leisten und doch noch viel Zeit haben. — Zu den W el taus ch au ungs fragen: Glaube ist das Wichtigste, was wir erziehen müssen, denn das ist die Grundlage für unsere Arbeit. Aber wie? Es ist nicht so ׳gefährlich, ich selbst habe mit 13 Jahren auf Häckel geschworen. Aber heute stelle ich das Interesse für Naturwissenschuft nicht mehr so in den Vordergrund, dem Arbeitsgebiet des Religionslehrers eröffnen sich dankbare Aufgaben. Vor 10 Jahren waren noch Fragen über Darwin, Häckel, Spinoza brennend bei der Gymnafialjugend, heute sind sie nicht mehr aktuell, sondern heute stellt man an den Religionslehrer, die Frage: ״Was sagt die jüdische Religionsphilosophie? Damals konnten von 30 Schülern 28 kein Hebräisch. Heute von 28 nur 2 nicht. Es ist Aufgabe des Esra, die Jugend mit Thauroh und. Judentum bekannt zu machen. Wir haben nicht immer von Ingendpslegern von Beruf sprechen können, aber natürlich sind solche anzustreben, Lehrer usw. Ob Kurse mit oder ohne Prüfung eingerichtet werden sollen, muß sich praktisch ergeben aus den Verhältnisten. — T u r n e n braucht nicht gerade ausgeschlossen zu werden, ist aber nicht direkt zur Jugendpflege gehörend. Auf Frl. Munks hochinteressante Ausführungen einzugehen, ist jetzt nicht mehr Zeit. Einzelheilen müssen sich überall aus der Praxis ergeben. — Die U e b e rlastung der Iugendpsleger ist natürlich kolossal und daher ist diese neue Institution׳, die Kräfte frei macht für die Unterarbeit und Vorarbeit, zu begrüßen. — Synagogen-Gesang ist sehr wichtig und der Gottesdienst natürlich in vieler Beziehung erzieherisch und eindrucksvoll. — Ich schlage folgende Resolution vor: Der Bundestag beschließt die Konstruierung einerIugendpsregeorMnisation aus der Grund-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.