Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 13 — lungen des Bundestags eröffnen, fo ist das vielleicht nicht reiner Zufall, fo ist man dabei vielleicht von der Erwägung ausgegangen, daß gerade die jüdische Frau es häufig gewesen ist, die das Judentum, das von fo vielen Gefahren umstellt und umzüngelt mar,'daß dieses Judentum die schweren Zeiten überdauert hat'. Im Anschluß >an eine Stelle aus Jeschajohu führt Frl. Ieidel aus, wieviel gerade die Frau für die Durchsetzung der Thauroh in unserem Kreise tun konnte, und belegt das mit schönen Zitaten aus Tenach. Frl. Hanna Lippstadt, Fulda, stellt nun fest, wer in dieser Versammlung zugegen ist, damit der eine Zweck des Bundestags auch erreicht würde, daß man sich näher Kennen lerne, daß Man bekaNnt untereinander werde und'seine Gedanken und Erfahrungen gegenseitig austauschen könne. Alsdann erhält Frl. Berta Ehrentreu, München, das Wort zu ihrem E i nl ei t un gs r e f e ra t. Liebe Agudohschwesternl Es ist heute das erstemal, daß die Vertreterinnen und Mitglieder der Ag. Jisr.-Mädchengruppen sich zusammensinden, um in gemeinsamer Ausspräche sich über das klar zu werden, was bisher von den verschiedenen Gruppen aus Wesentliches und Gemeinsames für die gemeinsame Sache geleistet wurde, und aus der Basis dieses Avbeits- Materials die Ziele noch einmal sestzulegen und die Wege zu finden, die dahin führen sollen. Es ist das erstemal, daß uns Gelegenheit dazu gegeben wird, denn als vor 4% Jahren die Agudoh-Jugend in Frankfurt Tage der Thora-Freude und Thora-Ehre beging, da waren in der Frankfurter Mädchengruppe erst die Wurzeln zu unseren.Bestrebungen gelegt, und es war erst der Erfolg des ersten Bundestags, daß sie auch anderweitig fruchtbaren Boden fanden. Seitdem sind die Mädchengruppen, die La und dort alsbald entstanden, rasch in medias res geführt worden. Die Ereignisse der Zeit drängten über theoretische Erörterungen hinweg zur praktischen Arbeit. Und ich glaube, diese Ent- Wicklung war günstig für unsere Bestrebungen. Denn wenn wir heute zusammentreten zur Aussprache über unsere Arbeit, dann hat diese unsere Arbeit ihre׳ innere Berechtigung bereits erwiesen, ja mehr, sie hat sich Ausgaben gewachsen gezeigt, die ihr ursprünglich nicht zusallen sollten. Ich möchte Sie da an eine Stelle erinnern, die der Midrasch zu Parschas Pinchas ansührt, als er von den Frauen' und Töchtern Israels spricht, die sich in der Zeit der Wüstenwanderung bewährt hatten. Da heißt es: B'auröh hador hanoschim hoju godros mah scheanoschim hoju parzim. Die Stelle wird bezogen auf die Töchter Zelophchods, die da hingetreten waren vor Moscheh, um ihren Anteil zu fordern am heiligen Boden, an der Pflanzstätte des jüdischen Volkes und jüdischen Geistes, an dem Boden, den die Männer verworfen hatten in trotziger!Auflehnung gegen den Ewigen.. Da heißt es: ״In diesem Zeitalter waren die Frauen die godros, die Hüterinnen, die Bewahrenden, als die Männer einrissen." Liebe Agudoh-Schwestern! Auch wir stehen heute in einer Zeit des Einreißens. Nicht durch eigene Schuld, aber unter dem ehernen Drück der schwersten Zeit scheiden unsere Brüder, die besten, die Kraftvollen, aus unfern Reihen, um sich dort einzustellen, wo der unheilige Kamps des Esowgeistes geführt wird. Und jeder, der so scheidet, reißt eine Bresche in unsere Reihen, und viele Lücken sind schon gerissen