... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Journal
- ... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Volume
- 7 (1903-1904)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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6 — schon jede für diese als den künftig erträumten Beruf genügend vorgebildet sein. Wenn sich, wie sich das aus den bescheidenen Anfängen unseres Kochunterrichtes ergiebt, auch wohlhabende Mädchen dazu verstehen, das Kochen zu erlernen und es auszuüben, dann werden auch die weniger bemittelten Kreise vielleicht die Scheu vor dem Berufe verlieren. In Norddeutschland wird das Kochen vielfach von gebildeten Mädchen verrichtet, sogen. Kochfräulein, die das Kochen, nicht aber die grobe Küchenarbeit besorgen, und sich nachmittags den Kindern, dem Nähen rc. widmen. Solche Stellungen sind angenehm und werden gut bezahlt. Daß in dem Augenblicke, in dem gebildete Frauen sich der Küche annehmen, darin rationeller, mit großer Geld-, Zeit- und Kraftersparnis gearbeitet würde, ist gewiß. Fraglos würden wir auf dem Gebiete der Küche eine Umwälzung erstehen sehen, wenn wir eben besser geschulte, verständnisvollere Kräfte an die Küchenarbeit bekämen, die doch nichts Entehrendes an sich hat, sondern von deren Erfolg die Gesundheit und Kraft der ganzen Familie abhängt. Darum, Ihr Väter, Ihr Mütter, die Ihr das Beste Eurer Kinder im Auge habt, Ihr Wohltäter, die Ihr den Mädchen die Mittel zum Selbsterwerb gebet, lasset sie vor allem und zuerst in den häuslichen Beruf treten, und denkt dabei der Worte des größten Frankfurters: „Diene lerne das Weib bei Zeiten nach ihrer Bestimmung; Denn durch Dienen allein gelangt sie endlich zum Herrschen^. Das Vereinsjahr 1903/04, das in steter rastloser Arbeit dahinsloß, brachte uns zwei denkwürdige Tage. Am 30. Juni 1904 beehrte uns Herr Stadtschulrat Dr. Lüngen mit seinem Besuch im Aufträge der städtischen Schuldeputation. Zu unserer Freude sprach sich der Herr Stadtschulrat, nach-