... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Journal
- ... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Volume
- 6 (1902-1903)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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4 uns, welche sich eine ganz falsche Vorstellung von den Zielen unserer Anstalt gemacht haben. Nicht selten glauben sie für das geringe Honorar von 120 Mark für sechs Monate, das volle Pension in sich schließt, gründliche Unterweisung im Kochen und in weiblichen Handarbeiten erwarten zu dürfen (manche rechnen sogar auf musikalische Ausbildung und Ähnliches), während sie die gröberen Hausarbeiten, wie Putzen, Waschen, Bügeln u. s. w., weder lernen, noch ausführen wollen. Ist der Fall auch nicht allzuhäufig, so verursacht er doch jedesmal Störungen; die Arbeit, die ein solches Mädchen unwillig und schlecht vollführt, macht den andern dann doppelte Last, und schließlich ereignet es sich auch, daß nach kurzer Zeit die Entlassung erfolgen muß. Wir können deshalb nur dringend bitten, daß sowohl die Eltern, als auch ihre Töchter sich im voraus vergewissern, was der Zweck der Anstalt ist und was die Mädchen zu leisten haben. Die Zahl der Schülerinnen betrug, soweit nicht erwähnte Zwischenfälle vorkamen oder Austritt wegen Körperschwäche erfolgen mußte, immer 12; es wurden also im Jahre 1902/3 wiederum 24 Mädchen ausgebildet. Von diesen gingen 23 in Stelle. Jedem der Zöglinge, die bei der Übersiedlung ins neue Haus der Anstalt angehörten, wurde ein Exemplar des Kochbuchs von Frau Elsässer, mit einer Widmung versehen, als Andenken überreicht. Da die Weitläufigkeit der Räume selbstverständlich eine Vergrößerung der Arbeit mit sich bringt, die Schülerinnen aber nicht überangestrengt werden sollen, so haben wir den Portiersleuten einen großen Teil namentlich der schweren Arbeiten übertragen. Mindestens alle vier Wochen wurden die Zöglinge ins Städtische Schwimmbad geschickt.