... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Journal
- ... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Volume
- 1 (1897-1898)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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io wir haben eine Anzahl von Schülerinnen ausgebildet und auf eigene Füße gestellt; wir haben verschiedenen Familien brauchbare Dienstboten verschafft. In keiner Weife aber machen wir einen Anspruch darauf, etwas Vollkommenes geleistet zu haben oder leisten zu können. Es hängt ja nicht Alles von unserem guten Willen ab. So wenig wie eine andere Unterrichtsanstalt lauter vorzügliche Schüler in die Welt entläßt, ebensowenig vermögen wir aus sprödem Material vollendete Kunstwerke zu schaffen. Was wir lhnn können und wollen, das ist^den Mädchen, die meist ohne alle Vorkenntnifse vom Lande zu uns kommen, die nöthigen Kenntnisse und Fertigkeiten soweit beizubringen, als dies in sechs Monaten möglich ist, ihnen Liebe zu dem hauswirthschaftlichen Beruf einzuflößen, sie mit Freundlichkeit zu einem häuslichen Leben anzuhalten und zu sittlichem, religiösem Wandel zu erziehen. \ Jndeß hat die Erfahrung gezeigt, daß unsere Hausmutter bei den vielerlei Pflichten, welche ihr die Anstalt auflegt — sie ist bislang zugleich Lehrerin für alle hauswirthschaftlichen Fächer und regiert einen Haushalt von 33 Personen in musterhafter Weise — zu überbürdet ist, und daß sich die Anstellung einer Hülfskrast nöthig macht. Um die Ausbildung unserer Schülerinnen zu vervollkommnen, beabsichtigen wir dementsprechend von Ostern ab eine theoretisch und praktisch durchgebildete Haushaltungslehrerin zu engagieren, die außer dem praktischen Kochen die Zöglinge auch über den Nährwerth der Nahrungs- und Genußmittel, über die für den Genuß geeigneten Theile der Thiere, über die Kennzeichen und die Aufbewahrung verschiedener Nahrungsmittel u. dgl. belehren soll. Allerdings wird der Gehalt für eine neue Krast unser sehr beschränktes Budget noch mehr belasten; allein wir hoffen, daß der nöthigen Verbesserung auch die thalkräftige Unterstützung des Publikums zutheil wird.