Nachricht von der ... Generalversammlung und Jahresfeyer der Frankfurter Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden
- Journal
- Nachricht von der ... Generalversammlung und Jahresfeyer der Frankfurter Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden
- Volume
- 1821
- Date
- 1821-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 / Jerusalem, du Hochbetrübte, die du weinest um den, der vor deinen Thoren gekreuziget ist; wisse und tröste dich: der für die Sünden der Welt ein Fluch ward, ist auch für seiner Mörder Schuld gekreuzigt. Darin triumphiret Gottes Liebe, daß der Welt Widerspruch sie nur erhöhen kann. Das ist das Evangelium, daß Gott seinen Sohn zum Opfer gegeben hat, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Auch soll der Sohn nicht für des Vaters Missethat sterben, sondern ein Jeder soll für seine eigene Missethat sterben, spricht der Herr. Und diese Gnadenzeit, wo Israel gläubig und durch den Herrn selig wird, ist vor der Thür. Ich rufe zu Zeugen Alle, die es wissen können, ob namentlich unsere Anstalt zur Beförderung des Christenthums unter den Juden ein Werk der Willkühr oder der Nothwendigkeit sey. Ein Odem von Gott wehet Israel an: könnten wir fühllos genug seyn, ihm, dem ringenden Kranken, nicht zum Leben zu helfen^ Nein, das geistliche Licht, aus Israel uns zugeflossen, wenden wir ihm wieder zu, weil Israel sich zu uns wendet, und in uns, die wir glauben, Abrahams rechte Kinder erblickt. Wir gehen nicht darauf aus, der Kirche einzelne äußere Glieder zu erobern, sondern den Seelenhunger eines Volks zu stillen, das in Irrthum und falscher Lehre verschmachtet ist. Auch thun wir nichts aus eigner Wahl; sondern wie der Herr uns anweist, wie der Herr es uns zusendet und möglich macht, so leiten wir Israel zu dem Herrn seinem Gott, und zu dem Evangelium des Gesalbten, und zu der himmlischen Stadt seines und unseres Gottes. Und weil der Allmächtige mit uns ist, so wollen wir nicht müde werden, sondern uns stärken durch seinen heiligen Geist in dem Amt der Gnade, das uns vertrauet ist. Der Segen