Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 4, 5 und 6 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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N. A. Arnstein (Liste Em. Engels für 1809 und Baron Arnsteins für 1819). Er kam mit seinem Vater Abraham aus Konstantinopel nach Wien, wo der letztere 1798 die Toleranz erhielt. Die Erlaubnis eines Transitohandels nach der Türkei wurde ihm von dem damals zuständigen k. k. Merkantil- und Wechselgericht erteilt. Weiter als Isak, der keine eigene Toleranz besaß, brachte es sein Bruder Salomo, der 1835 als k. k. priv. Großhändler an Erwerbsteuer 300 fl. C. M., an Toleranzsteuer 150 fl. C. M. leistet. Er wohnte zurzeit und wahrscheinlich auch später, Salzgries 212 und betrieb einen Textilhandel. Die Firma hieß später Salomon Camondo und Eidam (Denktafeln, S. 100) und dann Salomon Camondo, Eidam & Comp. (Sigmund Mayer, Die Wiener Juden, S. 236). Der Eidam, Moritz Goldberger aus Banowetz in Ungarn gebürtig, begann seine Laufbahn als Beamter in der,Weberei des Hermann Todesco in Gumpendorf (jetzt VI. Bezirk von Wien). 1837 ehelichte er Racheline, die Tochter Sal. Camondos (Pribram, II, S. 541). Moritz Goldberger starb in seinem in Unter St.-Veit, Auhofstraße 62 (neu Nr. 25) gelegenen Hause am 15. November 1872 (Nekrolog, Allg. Zeitung des Judentums, 1872, S. 971), seine Frau Racheline ebenda am 18. Februar 1886. Durch namhafte Stiftungen für wissenschaftliche und humanitäre Zwecke verewigte das Ehepaar Goldberger seine Namen. In ״Neuzeit“, red. S. Szanto, 1872, S. 518—519 ist das Testament Goldbergers im Auszuge wiedergegeben. Racheline vermachte ihr in der Auhofstraße׳ gelegenes Haus der damals selbständigen Gemeinde Unter St.-Veit (jetzt zum XIII. Bez. von Wien gehörig), gegen die Verpflichtung an jüdische Arme einen jährlichen Betrag von. 200 fl. zu überweisen. Die Gemeinde löste dann diese Verpflichtung gegen den Erlag eines zu demselben Zwecke fruchtbringend anzulegenden Betrages von 4000 fl. an die israelitische Kultusgemeinde ab. Isak Camondo, der Schwiegersohn Emanuel Engels, ist zwischen 1819 und 1834 gestorben. In der Liste des Arnold Engel für das Jahr 1834 wird Fanny Camondo geb. Engel, 48 Jahre, in Wien geboren, Wieden, Carlsgasse 30, als Witwe bezeichnet. Als ihre Kinder werden namhaft gemacht: Salomon Camondo, 22 Jahre, Mediziner, Heinrich, 20 Jahre, Setzer, und Daniel (wohl derselbe, der zum oben zitierten Rechtsgutachten die Veranlassung gab), 18 Jahre, stud. phil. Arnold Engel, der Bruder Fanny Camondos, wird um dieselbe Zeit als Witwer bezeichnet. (14. Mai 1820 heiratete Arnold Engel, Stadt 588, 32 Jahre, Gertrud Koblenzer,. Tochter des tolerierten Handelsmannes Moyses Koblenzer.) Er wohnte Stadt 716 und hatte einen Baumwollwarenhandel, wohl von größerem Umfange. 1847 ist er noch in der Toleranzliste bei Pribram, II, S. 530. Emanuel Engel starb am 14. Juni 1823. Veronica Aronin, die offenbar die Konzession zugunsten ihrer Töchter zurücklegte und zuletzt als ״Wirtschafterin“ in der Liste ihres Schwiegersohnes figurierte, starb laut Totenprotokoll am 29. März 1799, Stadt 588, im Alter von 83 Jahren. Sie war aus Frankfurt a. M. gebürtig. S. 12, Nr. 100. Abraham Koan. Herr Paul J. Diamant hatte die Güte, mich auf Loeb, Biographie d’Albert Cohn, Paris 1878, p. 2, aufmerksam zu machen, wonach der Urahne Albert Cohns, der 1680 in Hüningen geborene Abraham Cohn, nach vielen Wanderungen in Preßburg sich niederließ. Es ist nun wahrscheinlich, daß Nr. 100 mit diesem Vorfahren Albert Cohns identisch ist. S. 15, Nr. 35, Z. 6, statt 1731 lies 1751. Zum Stampfener Rabbiner Jechiel Michl vgl. jetzt M. S. Herzog קרות בתינו S. 26—30, wo die Quelle für die Mitteilungen über Preßburg auf S. 28 und 29 mein Aufsatz ist. S. 15, Nr. 56. Mitglieder der Preßburger Familie Spiro in Wien: Samuel Hirsch Spirer, Großer Küß den Pfennig, nächst dem Rothenturm, Nr. 769, laut Familienlisten von 1793 bis 1796 nachweisbar; Abraham Spiro, Totengräber, 79 Jahre alt, Stadt Nr. 503 und Josef Spiro, Schächter und Aufseher in der Fleischbank im Verzeichnisse der im Dienste der Tolerierten stehenden Personen für das Jahr 1819. Der erstere noch 1820 bei Pribram,. II, S. 390, der letztere 1830 Pränumerant auf חיי עולם, gegen 1831 gestorben. Hauptbuch für die Chewra-Kadischa in Wien, Hs., Folio 48. S. 16, Nr. 66. Ein Isak Hirschl Schwab in Preßburg im Jahre 1752 bei Taglicht,. Nachlässe der Wiener Juden, S. 194—195. S. 16, Nr. 75. Zu Marcus Arnstein vgl. jetzt noch die Mitteilung Freudenthals in Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 1918, S. 154. S. 17, Nr. 102, Z. 13. In der Familienliste des Lazar Kadisch für das Jahr 1793 erscheint Juda Rosenbaum, geboren in Ledetsch, 18 Jahre alt, als Instruktor. Er ist zweifellos mit Juda Letsch ha-Levi Rosenbaum, bei Weisz 1. c. identisch. S. 18, Nr. 122, Z. 8, statt Meirs lies Moses b. Meirs. Zu dieser Nummer hatte Herr Professor Simonsen-Kopenhagen die Güte, mich aufmerksam zu machen auf die interessanten Mitteilungen L. Donaths in seiner Geschichte der Juden in Mecklenburg, S. 140—143 über einen Sohn unseres R. Moses Charif, der 1766 in Bützow das Doktorat der Medizin erlangt hatte und später aus dem Judentum austrat.