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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1916-01-01 · 1-3 (1916) · p. Seite 39

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
2 (1916)
Issue
1-3 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 39 (sequence 39)
Language
German
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39 Die österreichischen Ahnen des englischen Ministers Samuel. Von Dr. M. Lewin (Nikolsburg). Das Ergebnis der Ueberschrift, welches in Anbetracht der leitenden Stellung des Genannten in einem uns feindlichen Staate von Interesse sein dürfte, verdanke ich der Beschäftigung mit einer an mich gerichteten Frage des Herrn Prof. Dr. B r a n n in Breslau über den Hinweis auf Nikolsburg in einem Breslauer Epitaph aus dem Jahre 1763 Es lautet: ם״נ שרה זים ל בת הח׳ שמ.♦.. ♦ זצל מניקאלמבורג אשת המג׳ ר׳מענדל ז״ל פרענקל נפט׳ יום ב/ כד" חשון שנ׳ תד׳קג* ״Hier ruht Sara Sissl, Tochter des S m . . . . s. A., aus Nikolsburg, Gattin des verstorbenen R. Mendl Fränkl s. A. Sie starb am Montag, den 24. Cheschwan des Jahres 5523.“ Richtig bemerkte Herr Prof. B r a n n, dass das Datum fehlerhaft sei, denn im Jahre 5523 war der 24. Cheschwan nicht Montag, sondern Mittwoch. Die Londoner Familien : Sam uel, Rufus, Isaacs, Montagu, Franklin und Adler, nennen diese Sara Sissl ״ihre Stammutter“. ״Wer ist שמ aus Nikolsburg, von dessen Namen der Zahn der Zeit nur noch diese beiden Buchstaben übrig liess, und woher der nicht alltägliche Namen ״Sara Sissl“? fragte Herr Prof. Brann. Das Archiv der Nikolsburger Gemeinde bietet keinen Anhaltspunkt, ebensowenig mein ״Register der Nikolsburger Familien vom Jahre 1760 bis auf die Gegenwart“. Das vorhandene Friedhofskataster verzeichnet keine Sterbedaten und bietet nicht den geringsten Hinweis auf den Inhalt der Grabschriften, auch das Suchen von Stein zu Stein hat in diesem Falle grosse Schwierigkeiten. Der Nikolsburger Friedhof zeichnet sich durch besonderen Umfang aus und was ihn zum Unikum macht, sind die meterhohen, aus zum grössten Teile lose übereinander geschichteten, nach Tausenden zählenden, uralten Grabsteinen errichteten Schutzmauern der inneren Terasse, die schon am Eingänge des Friedhofes beginnt. Diese vor 49 Jahren errichteten Mauern, welche eine Fundgrube für die Geschichte der Juden Oesterreichs bieten würden und die so viele biographische Schätze in sich bergen, stehen noch heute unrerrückt an ihrer Stelle und bilden ein Buch mit sieben Siegeln *) Von dort war demnach gleichfalls kein Bescheid zu holen, ständen auch alle Behelfe zur Verfügung, welche Bescheid über einen Namen geben könnten, von welchem nur die ersten zwei Buchstaben bekannt sind. Der Name könnte ebenso שמעון und שמעיה als שמשון,שמואל oder שמחה lauten. Nur dem Zufall meiner Beschäftigung mit der Biographie und dem Stammbaume der ״Theumim“ verdanke ich das zufriedenstellende Ergebnis der lückenlosen Lösung der beiden Fragen und dadurch auch die Auf-

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