Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 4, 5 und 6 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 3) Johann Adam Fr, v. W. geb. am 23. Febr. 1771. convertierte am 17. Aug. 1779.7) Nach Absolvierung der k. k. Ingenieurakademie8) wurde er Unterleutnant bei Waldeckdragoner, wo er 8 Jahre und 6 Monate diente und dann quittierte; in dem Kampfe bei Kauserslautern (1794) zeichnete er sich besonders aus.8) 1797 ist er neuerdings bei Vecseyhusaren als Regimentskadett ex propriis eingetreten, daselbst 1797 zum Unterleutnant befördert, 1800 als Oberleutnant zum Husarenregiment Nr. 2 versetzt worden, wo er als Rittmeister 1804 quittierte. Sein Gesuch um Beibehaltung seines Ranges wurde vom Offizierscorps folgendermassen befürwortet.9) Das Regiment mitstehet nicht, dessen Gesuch um Beybehaltung des Second Rittmeisters Carakteurs ad honores auf das beste zu unterstützen, in dem derselbe während seiner ganzen Dienstzeit eine gute und seiner . . . Charge entsprechende Aufführung gehabt, und sich durch seine während dem letzt gewesenen französischen Kriege in jeder Gelegenheit bewiesenen Eifer, Geschicklichkeit, Entschlossenheit und ausgezeichnete Tapferkeit vor dem Feind viele Verdienste erworben hat, die jederzeit eine für seine Dienste angemessene Belohnung zu erheischen zeigen. Er heiratet am 4. Sept. 1810 in Graz Francisca v. Beck, Tochter des Andreas v. Beck und der Anna Hoffmann.10) In den 20er Jahren machte seine Hinneigung zum Islam grosses Aufsehen. A. v. Schönholz berichtet darüber folgendes in seinen Memoiren11): Auf meine Anfrage, was dieser wunderliche Aufzug wohl zu bedeuten habe? machte er (Johann Adam Fr. v. W.) mich mit seinem Gedankengang bekannt: „Er hätte das alberne christlich-germanische Leben und dessen französischen Zuschnitt nunmehr satt. Aus guten ... Büchern habe er die Überzeugung geschöpft, dass lediglich der Türken Sitten Gehalt und Mohammeds Lehren Sinn hätten; kurz! er schmisse jetzt sämtliches Möbel zum Haus hinaus; Hesse Teppiche, Kaftane, Shawls, Pfeifen aus Konstantinopel kommen und würde sich rein türkisch, nicht bloss äusserlich, sondern auch innerlich einrichten; im Koran lese er schon und auch mit einem Harem wäre der Anfang gemacht. — Der Ton, in welchem dieses weitläufig begründet und ausgeführt wurde, Hess keinen Zweifel, dass es damit Ernst sei. — Allmählig langte der Trödel zur Metamorphose aus Stambul an, zuerst die Garderobe. Eines schönen Morgens besuchte er in Pelz, Kaftan, Tarban und gelbem Perserschuh die Bekannten; grifi auf den Bart, sprach Kauderwelsch, was man für türkisch halten sollte; schwang sich, die Beine gekreuzt, aufs Kanapee und lud zum Abendschmaus in sein Selamlik ein. Bald darauf siedelte er nach Pressburg über, wo er Haus und Garten an der Donau — weil ein vornehmer Türke am Wasser wohnen müsse" — gemietet. 4) Ludwig August Fr. v. W. geb. 3. Mai 1774 convertierte am 17. Aug. 1779.12) Seine unehelichen Töchter Josefa Francisca (geb. 19. VI. 1807) und Johanna Josefa (geb. 23. III. 1809) wurden durch seine nachfolgende Ehe (Wien, 10. I. 1812) mit Magdalena Haymann legitimiert13), 1820 ist er zum erstenmal verwitwet. Er diente als Major 7) Taufmatrik der Pfarre von St. Stephan. 8) Vgl. Fr. Gatti,;; Geschichte der k. k. Ingenieuru. k. k. Genieakademie 1717 -1869. 9) Kriegsarchiv, Hofkriegsratsakten 1804 G. 11. 57/1. Hienach ist Gatti zu berichtigen. 10) Vgl. Schiviz v. Schivizhoffen. der Adel in den Matriken der Stadt Graz. ") Herausgegeben von Dr. Gustav Gugitz. München 1913, bei Georg Müller. 12) Taufmatrik der Pfarrkirche zu St. Stephan. 3Ä) Mitteilung des Herrn Dr. Heinrich W. Höfflinger.