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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 4, 5 und 6 (1913) · p. Seite 8

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
4, 5 und 6 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 1) Raymund Cordulus Fr. v. W. war 1763 Mitbegründer der Wiener Chewra Kadischa, in deren GründungsprotokoJl nach seiner Taufe seine hebräische Unterschrift (Naphtali Herz Sohn des Abraham Wetzlar) durchstrichen ist.1) Er convertierte am 28. Februar 1779 im Alter von 27 Jahren; Taufpate war Raymund Freiherr v. S er dag na.2) Am 31. Juli 1799 bestimmt Karl Abr. Fr. v. W. in seinem Testament- Raymund muss von dem mit mir angefangenen gräfl. Gatterburg'schen Prozess abstehen, sonst muss er auch conferieren. — Er selbst testiert am 30. Sept. 1803 ... 2. Mein entseelter Leichnahm soll, wenn ich hier in Wien sterbe, in der Stille nach Maidling beerdiget werden. 3. Vermache ich für diesen Fall einen Betrag von Zweyhundert Gulden als einen Beytrag zur Führung der Mauer um den... Gottesacker; wobey ich jedoch wünsche, dass wenn diese Mauer geführet ist, ober dem Eingangsthore zum Gottesacker die Worte : Tod ist nicht Tod, ist nur eine Veredlung der Menschlichkeit" angebracht werden sollen; die Kosten hiezu sind von obigen 200 fl. zu bestreiten. Er starb zu Grünberg am 29. Sept. 1810.6) 2) Johanna Maria Theresia C. Bar, v. P. war die Tochter des Liefmann Calmer Baron v. Picquigny (1711—1784). Er wurde in Aurich in Hannover als Sohn des Kaiman Aurich geboren, den Glückel von Hameln in ihren Denkwürdigkeiten3) erwähnt und lebte lange Zeit in Holland, wo er sich mit Rachel Moises Isaacs vermählte. Er übersiedelte später mit seiner Familie nach Paris, wo er durch seine weitreichenden Beziehungen und sein grosses Vermögen bedeutenden Einfluss erlangte. 1769 wurde er französischer Untertan und 1774, nachdem er Grossgrundbesitzer geworden war, Baron de Picquigny und Vicomte <T Amiens. Er betätigte sich eifrigst am Gemeindeleben und war Vorsteher der aus Deutschland stammenden Juden in Paris4). Zwei seiner Söhne machten sich während der Revolution verdächtig und wurden von den Jacobinern zum Tode verurteilt, ein dritter Sohn starb 1824 kinderlos, seine Tochter Johanna aber wurde die Gattin von Raymund Fr. v. W. Sie convertierte am 17, Aug. 1779 im Alter von 30 Jahren; Taufpatin war Johanna Philippine Gräfin Thum Valsasina geb. Gräfin v. Hrzan.6) — In ihrem Testament vom 5. Nov. 1792 bittet sie „womöglich auf einem der Güter ihres Herrn Schwiegervaters begraben zu werden". — Sie stirbt am 20. April 1793 in der Kärntnerstrasse Nr. 1087.6) *) Vgl. Dr. B. Wachstein, die Gründung der Wiener Chewra-Kadischa im Jahre 1763 in Grunwalds „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde", Heft 32 und 33. *) Taufmatrik der Pfarre von St. Stephan. •) Glückel von Hameln, Übertragung von Bertha Pappenheim, S. 33, Übersetzung von Dr. Alfred Feilchenfeld, S. 33. *) Vgl. Leon Kahn, Les juifs ä Paris; Isidore Loeb: Un baron juif francais an XVIIIe siecle in Annuaire des Archives israelites pour Tan 5646 (Paris 1885/6). 5) Taufmatrik der Pfarre zu St. Stephan. •) Landrechtsarchiv.

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