Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 4, 5 und 6 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 schuldig und pflichtig seynd zu thun, und als Lehens und Landesrecht ist, doch uns und* männiglichen an unseren und ihren Rechten und;« Gerechtigkeiten untergreifen und ohne Schaden Ungefährlich mit Urkunde dieses Briefs. Gegeben Wien den 22. Januarii 782. Schon vorher hatte er, um dem alteingesessenen Adel vollkommen« gleichgestellt zu sein, die Aufnahme in die autonome Adelskorporation' des landständischen Ritterstands mit folgendem Gesuch10) erbeten: Löblicher Ritterstand des Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns! Hochwohlgebohrne, Wohlgebohrne, Hochedelgebohrne gnädige Herren! Demnach Sr. Römisch. Kaiserlichen Majestät aus allergnädigster Rücksicht^ meiner dem allerhöchst Kaiserlichen Hof in verschiedenen angelegenheiten so treu als> eyfrig geleisteten Diensten mich samt meinen zum kristkatholischen Glauben übergegangenen ehelichen Leibeserben und deremselben Erbenserben beyderley Geschlechtsin des heil.en Römischen Reichsfreyherrnstand allergnädigst erhoben, auch mich, und! meine vorgedachte Descendenz zu allen Vorzügen und Herrlichkeiten, als andere des> Reichs von vier Ahnen Vätter- und mütterlicherseits rechtgebohrne Panner-Freyherrn, und Freyinnen theilhaftig, tauglich, und empfänglich gemacht haben (wie zu mehrerm Beglaubigung dessen nicht nur meinen Original Taufschein A, sondern auch das im beglaubter Abschrift beykommende Diploma B. ddo. 23. Novembris 1777 zur Einsicht; beylege) so habe ich zwar schon unterm 18Mn Februarii dieses Jahrs das geziemende Ansuchen gemacht, in das Consortium desHochlöblichen N. Ö. Herren- Stands angenommen zu werden, da jedoch dieses mein gesuch bis nun nicht, erlediget ist, und ich weiters belehret -worden, dass es für meine zahlreiche Familie fürträglicher seye in dem löbl.en Ritterstand dieses Erzherzogthum Oesterreichs aufgenommen zu werden, ich mir auch solches tür eine besondere Ehre halte, und hievom gleich anfänglich das geziemende Ansuchen würde gemacht haben, wenn ich in der. Sache eine mehrere Kenntnis gehabt hätte, nunmehro aber mir an gütiger Beförderung^ dieses gesuches um so mehr gelegen ist, als ich ehestens in allerhöchsten Diensten* auf eine geraume Zeit von hier abzureisen beordert bin, so gelanget an Einen löbL Ritterstand meine dienstliche Bitte, derselbe geruhe mich in dero Hoch adelisches* Consortium anzunemmen, und derowegen das erforderliche fördersamst zuverlügem wohin ich mich in geziemender Verehrung empfehle. Eines LöbL N. Ö. Bitter st an des dienstlicher A. Wetzlar Reichsfreyherr v. Plankenstern. Das „hochadelige Consortium" willfahrte ohne längeres Zögern seiner Bitte — eine bürgerliche Zunft hätte ihm wohl mehr Schwierigkeiten bei der Aufnahme gemacht. Nun hatte er das Ziel seiner Wünsche erreicht und für sich und; Beine Familie vollkommene Gleichberechtigung mit dem ersten Stand im, Reich erlangt. In seinen letzten Lehensjahren noch — er starb am 3. Sept. 1799 — konnte er eine merkwürdige Veränderung seiner Familie bemerken. Seine Söhne führten die Finanzgeschäfte ihres Vaters, durch das er zu so grossem Reichtum gelangt war, nur mit Unlust und mit viel weniger Geschick fort, seine sämtlichen Enkel aber ergriffen den OffiziersberutX 10) N.-Oe. Landesarchiv.