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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 2 und 3 (1913) · p. Seite 17

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
2 und 3 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 Das Diplom eines jüdischen Arztes aus dem Jahre 1695. Von Dr. Ignaz Schwarz (Wien). Im Besitze des Wiener Buch- und Kunstantiquariates Gilhofer & Ranschburg befindet sich das Paduaner Doktordiplom eines jüdischen Arztes aus dem Jahre 1695, das vermöge seiner exzeptionellen Ausstattung (Einband und Porträt des Kandidaten) ganz besondere Beachtung verdient. Das in einem reichverzierten Einband (goldgepresstes Fächerornament) befindliche Diplom besteht aus vier Pergamentblättern, von denen das zweite und dritte den Promotionstext in der an italienischen Universitäten traditionellen Prunkschrift, Namen und Initialen in Goldschrift, enthält. Die einzelnen Seiten sind von vielfarbigem Ranken- und Blumenornament eingerahmt; in der Mitte des oberen und unteren Randes der dritten Seite befinden sich zwei Medaillen mit der Figur Aeskulaps. Die Innenseite des 1. Blattes trägt innerhalb eines Vierecks, das von reichem Blumenornament umgeben ist, das Brustbild des Kandidaten (vergl. die Abbildung) oben von zwei geflügelten Genien flankiert. Am R. Jakob (Koppel) Maler , ' . 1 . „ .,, (Dr. Copiiius Pictor) oberen und unteren Rande zwei Medaillons mit Aerztefiguren. Die Innenseite des letzten Blattes trägt in reicher Gold- und Farbenausstattung in der Mitte die Figur eines Jünglings mit Pinsel und Palette in der Hand, vor einem an einem Baume befestigten Gemälde. Von dem vortrefflich ausgeführten Beiwerk abgesehen, gehört das Porträt zu den ansprechendsten Produkten der italienischen Miniaturmalerei des ausgehenden 17. Jahrhunderts und weist auf den Pinsel eines sehr gewandten Porträtisten hin. (Vgl. die Abbildung.; Das Diplom selbst, vom Rektor, Syndikus und Promotor der Paduaner Universität unterschrieben, ist unter Anführung der Zeugen Sabbathai Marini, Doktor der Philosophie und Medizin („Hebreus Patavinus") und Simon Mischita („Hebreus Venetus") für „Copiiius Pictor Bingensis Hebreus D, Joseph i filius" ausgestellt, ohne Zweifel identisch mit R. Jakob (Koppel) Maler (oder Mehler), den wir Anfang des 18. Jahrhunderts als Arzt in Bingen a. Rh. finden und der (nach Grünfeld „Zur Geschichte der Juden in Bingen am Rhein S. 8, Anm. 4, S. 22, Anm. 9) dort um 1720 gestorben ist. Sein Sohn war der spätere Bingener Rabbiner R. Gumprecht Mehler (1793—1808, Grünfeld a. a. O., S. 24, Anm. 5).

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