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Sabbath-Blatt · 1844-12-07 · 49 (7.12.1844) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
49 (7.12.1844)
Date
1844-12-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1844, Diese Aeitschr. erscheint wöchentlich e i n m a l, u. zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. de, zahlen dafür 2 Sgr, 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Vuchhdl bezogen werden. יפה תלמוד חורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) חציו לי״י וחציו לכם. (ßeza5 15 b.) Sabbath Wajescheb, 7. December. .פ׳ וישב 26. Kislew, 5065. Der Mensch. Nach dem Hebräischen des Salorrzo Jbn-G'ebirol von Dr. M. Sachs, RabbinatsasHessor in Berlin. O Gott! was ist der Mensch? Nur Fleisch und Blut! Wie Schatten flieht sein Leben,!*• Er merkt nicht seiner Lag' Entschweben. Urplötzlich muß er sterben, Betäubt versinkt er in's Verderben. O Gott! was ist der Mensch? Ein Leib, hinfällig, matt, Voll Falsch und Lug/ Unheil und Trug, Wie eine Blume blühend, Bald senget ihn die Sonne glühend. Willst Du nach seinen Sünden fragen — Wie deines Zornes Gericht Vermöcht' er zu ertragen? D'rum schon' und strafe nicht. Sie sind ja ohne Stärk' und Macht. O Gott! was ist der Mensch? Wälzt sich im Schlamm der Lust, Dreht sich im Lügenkreise. Wahn schwellet ihm vie Brust, Der Reine sinkt in Unflath < Der Edle übet Lasterthat. Willst du der Sünde Reiz an ihnen rügen? Wie Gras so leicht Würd' er vergehn, Wie Spreu entfleucht Ihn Wind verwehn; Drum schon' und sei voll Huld Am Tag der Rechnung ihrer Schuld! O Gott! was ist der Mensch? Hochmüthig, unbekehrt, Der Sünde trinkt, Vom Laster zehrt, Gährt wie Meeresfluth, Glüht wie Ofengluth, Willst strafen du die Sünd' ihm eingeboren? Er ist verloren,' So wie der Schwächling sinkt, Der mit dem Helden ringt! , Drum schon' und laß sie Gnade finden׳ Für ihre Sünden. O Gott! was ist der Mensch? Voll Makel, schuldbefleckt, Der keine Treue fühlt, Deß' Zunge Lug bedeckt, Willst du nach seinen Sünden fragen? Wie würd' er aufgewühlt, Gleich einem Strom, den Stürme jagen, Zerfiel wie ein Gewand, Zerging, wie Rauch in Tand. Drum schon' und strafe nicht, sei sanft und mild Dem, der im Staube weilt, dem schwachen Lhongebild O Gott! was ist der Mensch? Ein dürrer Schaft! Erfasset ihn des Strafgerichtes Schauer, Gleicht er dem Halm ohn' Kraft und Saft. Es wandelt sich des Lebens Lust in Trauer, Und er verfällt wie Mottenfraß. Willst du vergelten ihm der Sünden Maaß? Er schmilzt wie Wachs an Gluth, Zerrinnt wie Wafferfluth. Drum schon' und sei-voll Huld, Und ^rechne nicht zu streng mit ihrer Schuld. 49

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