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Sabbath-Blatt · 1844-11-30 · 48 (30.11.1844) · p. Seite 192

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
48 (30.11.1844)
Date
1844-11-30
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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192 Warum aber verkündete der E. hier uns allenthalben in der Schrift nur die Mittel und nicht den Zweck? d. h. warum verspricht der E. nur das Leben hienieden, und nicht den Zweck, das ewige Leben, der einzige Lohn seiner Frommen? Zwar durchwebt die Lehre vom ewigen Leben die ganze heilige Schrift, sie sagt: ״du giebst der Gruft nicht meine Seele preis, du läßt deine Frommen nicht die Verwesung schauen." — Auch verkündet die Tora die Vernichtung der Seele als Strafe für gewisse Sünden; aber warum wird es nicht als Glaube, als Lohn des Glaubens, für jeden einzelnen Menschen ausdrücklich in der Schrift verkünl/et? — Weil der E. nicht zum Einzelnen, sondern zu der Gesammtheit spricht und man dieser nur das irdische Fortbestehen ihres Staates aber nicht das individuelle Fortleven jenseits verkünden kann. So heißt es auch: ״damit sich verlängern eure Tage rc. auf dem Boden< den der E. zugeschworen euren Vätern." — Auch kann die Fortdauer nicht als Glaube ausgestellt werden, es ist ein Gefühl, daß die Seele die Gruft überdauern, eine Ahnung wie die des Daseins eines Schöpfers, welche die roheste Brust beseelt, eine Ahnung der Seligkeit, die kein Ohr vernommen, kein Aug' geschauet, was kein Gott außer Dir thun kann, für die, die Deiner harren. Lese-Iimmer. 1. Mose und Aharon, ein arabisches Wortspiel. Die arabische Sprache hat folgendes schöne Wortspiel: ״Geschoren wurde der Bart Mose's nu't seinem eigenen Namen, und mit Aharon, wenn man ihn umdreht/׳ Musa■ heißt nämlich in der arab. Sprache Mose und auch ,, S cheermesser" und Nüräh — das umgedrehte Harun, Aharon — Auripigment, woraus bekanntlich die orientalischen Juden eine Salbe für den Bart bereiten. 2. Moral in Gcho's *). 11.;נשים (Echo)?מי הוא יפתה. לב יאפיים החטא; (Echo)?מי מעגלות יושר משחת יין ן (Echo)?מי שם נבוני לב כאין Wer bethört das Herz der Männer? ״Weiber; wer krümmt die Pfade der Gradheit? ״die Sünde)" wer macht die Vernünftigen zu Nichte? ״der Wein." *) Ebenfalls im 2. LH. des Schir Neeman. ׳ Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. 3. Mancherlei. а) Der Name פריפוט kann weder ״Prifot," noch ״Perifot," noch ״Profat," sondern muß krevöt krevoet — ein noch jetzt häufig vorkommender franz. Name ׳— geschrieben und ausgesprochen werden. d) Der Name Abendana — אבנדנא — ist zusammengesetzt' aus ״Aden" und ״Dana" — אפן הנא; — daher man auch diesen Namen ן' הנא geschrieben findet. f c) עבאס — ,Abbas — bedeutet in der arab. Sprache ״Löwe;" daher ist der Name ר׳ יהודה עבאם soviel als das deutsche ״Jehuda Löb" oder ״Löw." б) ר' שלמה סירילייו — סירילייו hat einen Kommentar zu Serai'm und Schekalim des j. Talmud verfatzt und war einer der aus,Spanien Vertriebenen — muß gelesen werden ״Serillo^ (spr. Seriljo). V-^__ Vermischte Nachrichten. Ein Ministerialbescheid bestätigt die Wahl des Dr. Geiger als ersten Rabb. von Breslau und bezeichner die Wahl des Hrn. Liktin als illegal. — Baiern zählt zusammen 61,000 Juden. Von diesen haben sich 4813 Individuen verschiedenen Handwerken und 1216 vem Feldbau gewidmet. — Die Bojaren in Jassy zeichnen sich durch gemeine Rohheiten und Gewalthätigkeiten gegen die Juden aus. Ein Jude wird zu einem Bojaren mit 1000 Dukaten bestellt und dann plötzlich — ermordet. — In Br a kel wurde den 10. Okt. eine neue Synagoge vom Kandid. Schwabacher eingeweiht. — Im Montego Bay (Jamaika) hat sich eine Gemeinde gebildet. Uebrigens werden die Juden dort und in den benachbarten Gegenden durch Aemter und Ehrenstellen ausgezeichnet. — Die D. A. Z. meldet, daß man in Hamburg endlich ernstlich an die Emancipation der Juden denkt. Hicsser, Salomon und Frankfurter haben durch ihre Schriften zum Vorlheil der Juden auf die Hamburger Bürger eingewirkt. Jedenfalls ist es lobenswerth, daß der Gegenstand zur Sprache kommt und Debatten hervorruft, da die Juden in vielen Staaten wie altes Meuble betrachtet werden, an dem man nur hie und da Reparaturen anzubrkngen braucht. — Aus Zolkiew wird über die Errichtung eines schönen Hospitals berichtet. Die Krankenpflege war stets eine heilige Pflicht der Ju. den. — Der Abgang des Dr. Sachs aus Prag wird daselbst allgemein bedauert, da er die Seele und der Nerv des neuen Goltesdienstes war. — Die franz. Uebersetzung des Lalmuds wird, aus Mangel an pekuniären Hilfsmitteln, nicht zu Stande kommen. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.

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