Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 46 (16.11.1844)
- Date
- 1844-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath üherallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeLahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- ׳ Für sm. Belehrung, Erbauung im- Unterhaltung jüdischer Leser. חציו לי״י וחציו לכם. ־ יפה תלמוד חורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) 1844 de, zahlen dafür 2 Sgr. 6-Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Aeitungs -Expeditionen des Inu. Auslair» des nehme» Bestellun» ge» an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Toledot, 16. November. .פ׳ ח<דות 5. Kislew, 6065. Israel. (Beschluß.) So zieh' denn hin, nachdem die Macht gebrochen, Und froh der Feind den Rachedurst gestillt; Wer wird die Ohnmacht jetzt wohl unterjochen, Wer höhnen dessen, der in Leid gehüllt? Wer wollt' auf solche große Thaten pochen, Daß erverfolget hat des Elends Bild? — So dacht' Israel, zog in weite Fern, Doch nirgends leuchtet der Erbarmung Stern. Denn wenn das Alterlhum der blut'gen Scencn, Uns offen in.sogroßer Menge zeigt: Womit kann sich das Mittelalter krönen? War dieses der Gerechtigkeit geneigt? Es hallt Noch wieder von den Jammertönen, Wenn die Geschichte es auch meist verschweigt; Die graue Zeit senkt Manches in das Grab, Den Judenhaß jedoch legt sie nicht ab. Denn in der Liebe christlichem Gewände Wird Haß und Grausamkeit nun fortgesetzt; Und wähnt sich Israel im Vaterlande, Da wird's den Thieren gleich hinausgehetzt; So hat die Christenheit der Liebe Bande, Der Menschen und der Völker Recht verletzt; Verfolgt beständig Israels Nation, Denn'Liebe fordert ihre Religion. Und hatten auch ein Plätzchen sie gewonnen, Wo Schutz und Sicherheit man ihnen bot, Da hat der Leumund Vieles bald ersonnen, Herbeizusühren ihre alte Noth; Da hieß cs: sie vergiften unsre Bronnen, Und brauchen Christenblut zum Opferbrod — Und hoch geschwungen ward des Mordes Stahl, Daß neu begann des armen Volkes Qual. Doch laßt uns jene grausen Bilder bannen, Wie sehr es auch die Menschlichkeit empört; Vergessen wir, was Trug und Lift ersannen, Wie Mönch - und Pfaffenthum das Volk bethört; Wie Ströme Blut's der vielen Opfer rannen, Das Sterbe-Röcheln Gott, der Herr gehört:. Und eilen wir in die moderne Zeit, Wo Liebe waltet und Gerechtigkeit. O Thoren, die ihr eure Kräfte spartet, Bis zu der Völkerbildung Höhepunkt! O, Thoren, die ihr Duldung habt erwartet Vom Volke, das mit Nächstenliebe prunkt! , Seht an den Christen, er ist nicht entartet, Und doch sind wir des Hasses Mittelpunkt, Dess' Flammen unablässig man geschürt! Doch sind sie jetzt etwas modernisirt. Muß Alles auch dem Wechsel unterliegen, Der Judenhaß blieb von ihm unbesiegt; Muß jederzeit auch Recht und Tugend siegen. Dem Judenhaß das Recht stets unterliegt; Wenn Menschenfreunde Völkerthaten rügen, Sie haben selten Judenhaß gerügt; Es scheint, als wär er gegen Judenthum Ein stetes Christenprivilegium. Denn wenn das Alterthum in blut'gen Bildern, Das Schicksal Israels uns dargeftellt; Wenn spat're Zeiten uns den Volkswahn schildern, Den Mönch- und Pfaffenthum im Volk erhält, Das könnt' die Gegenwart wohl etwas mildern, Weil zu dem Haß der Zeitgeist sich gesellt. Doch Haß bleibt Haß im schönsten Prunkgewand Selbst mit der Friedenspalme in der Hand. 46