Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 45 (9.11.1844)
- Date
- 1844-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P oft zumSabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für das halbeLahr ist Lv Sgr., ohne Porto; Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. de, zahlen dafür 2 Sgr» 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des In-u. Auslan» des nehmen Bestell»»- ge» an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jedeVuchhdl. bezogen werden. יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) חציו לי״י וחציו לכם. (Beza, 15 b.) Sabbath Chaje Sara, 9. November. .פ׳ חיי שרה 27. Marcheschwan, 5065. Israel. Wer wankt so tiefgebeugt dort an der Krücke, Mit fahlem, gramdurchfurchtem Angesicht? — Mit herzzerreißend schmerzensvollem Blicke, Der sich durch Lhränen Bahn zum Himmel bricht? Und der getrübt durch harte Misgeschicke, So duldend schweigt und doch so hörbar spricht? Ein Jude ist's, der Völker Hohn und Spott, Ein Jisrael, vom Volk, erwählt von Gott. Er ist vom Volk, das aus ergrauten Zeiten, Unwandelbar zu uns herüberragt. Und dauern wird bis in die Ewigkeiten, Wo nicht mehr Unschuld hilflos wimmernd klagt; Vom Volke, wo der Himmelsleier Saiten Zuerst geklungen, wo's zuerst getagt; ״Ein Jisrael, der trotz dem Spott und Hohn Nur seinen Vater liebt im Himmelsthrxn. Drum schleppt er keuchend tausendjahr'ge Ketten, Starrt in die finstre sterncnlose Nacht; Drum bleibt er fremd den heimathlichen Statten, Wo ihn des Borurtheils Gespenst verlacht; Drum kann der wahre Glaube ihn nur retten Von seines mächt'gen Feindes Herrschermacht; Schau, Israel, hinauf zu deinem Gott, Nicht immer bleibst du ja der Völker Spott! — Ost gaben dich gottlästernde Tyrannen Dem Untergange Preis in blinder Wuth; Nichts konnte dann die Grausamkeiten bannen. In Strömen floß unschuld'ger Opfer Blut; Was Tücke, Haß und Volkswahn nur ersannen, Das schürte mächtig an der Rache Gluth — Doch Israel fand Trost in seinem Hort, Im nimmerwandelbaren Gotteswort. Laß't langstverklung'ne Zeiten selber sprechen, Was Israel getragen kn Geduld; Gepeinigt um erdichtete Berbrechen Gemartert wegen nichtbegang'ner Schuld; Wie ungestraft sich Volkswuth konnte rächen, Wenn ihm sein Gott entzog die Vaterhuld; Doch Israel sah duldend dort hinauf, Sich tröstend mit des Schicksals Wechsellauf. Schon jener Urahn erster Gotterkenntniß, Fühlt überall die Heimathlosigkeit; Sein Sohn macht Abimelech das Geständniß: ״Ihr hasset und vertriebt mich ja — aus Neid" - Auch fühlt der Enkel bangend das Verhängniß, Als er den Zehnten seinem Gott geweiht; Doch wenn der Glaub' im Innern Wurzel schlägt, Dann leichter der Despoten Wucht man trägt. Und als durch Gottes unerforschlich Walten So mächtig wurde ein Hebräerknecht, Als wundersam Egypten ward erhalten Durch einen Mann aus Israels Geschlecht — Wie schön da die Geretteten vergalten! Wie edel sie da übten Völkerrecht! Statt höchster Wohlthat wohlverdiente Krön', Ward harter Druck und Sklavendienst ihr Lohn. Doch nicht genügten unbarmherz'ge Plagen, Des Volkes Zahl ward ihnen nun zu groß; Und herzzerreißend ward der Eltern Klagen, Denn Tod war jedes Knabensäuglings Loos. Was konnte Ohnmacht gegen Irrwahn wagen, Unmenschlich riß man Herz vom Herzen los. Bis jenes Gortgesandten hohe Macht Den Tiefgedrückten Rettung hat gebracht. 45