Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 41 (12.10.1844)
- Date
- 1844-10-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,«, zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten. welche wünschen, daß ichnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. de, zahlen dafür 2 Sgr, 6״ Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Vuchhdl, bezogen werden. יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) חציו לי" וחציו לכם. (Beza, 15 b.) Sabbath Bereschit, 12. Oktober. .פ׳ בראשית 29. Tischri, 5065. Ermahnung von R. Bechaji ben Josef ben Bakoda *)* Nach dein Hebräischen von Dr. M. Sachs. Preise meine Seele den Herrn, Und mein Inneres seinen heiligen Namen. Des Leibes Fesseln, seiner Hast, Laß seiner Lüste Reiz dich nicht belügen. Nicht seiner Prachtgebklde Schmuck betrügen, Wie leichter Wellenschaum, Zerstiebt ihr Traum. Nicht frommt, nicht nützet ihr Beginn, Zu Schmach und Schande führt ihr Ende hin. Tritt auf, mein Geist! mit Macht. Und deinen Schöpfer preise In holder Liedesweise, Und klag' ihm deinen Kummer, Erwach' aus deinem Schlummer, Auf deine Heimath wende deinen Blick, Woher du kommst, wohin du gehst zurück. Mein Geist! aus deinem Schlaf erstehe, Zu deinem Schöpfer flehe. Besinge seine Herrlichkeit, Sei seinem Ruhm dein Lied geweiht, Und fürcht' ihn aller Orten. Mein Geist sei nicht vernunftlos wie das Thier versunken, Nicht wie Berauschter trunken, Du stammst aus Weisheitsquelle, Aus Lichtesstrom eine Welle, Aus heil'ger Statt' entflossen, Aus Gottes ew'gem Himmelreich. Mein Geist! leg' an der Ewigkeit Gewand, Umgürte dich mit der Erkenntniß Band, Entreiße dich in deiner Kraft, *} R. Bechaji ist ein berühmter spanischer Gelehrter aus dem 11. Jahrh. und Verfasser des moralichen Werkes: חובות הלבבות. Die Red. Mein Geist! durchschweife deiner Einsicht Halle, Und deiner Weisheit Raum durchwalle, Bis du das Wesen deines Prachtgebäu's durchschaust, Das aus Staub ist auferbaut. — Der Leib, der niedrige, Der Leichnam, der widrige, Entquollen trübem Quelle, Entstammt unsaub'rer Stelle, Zusamm'ngeballt ein Knäuel, Ein widerwärtiger Gräuel, Ruht er, umringt von Unreinigkeit, Umflossen von Unsauberkeit. Geboren unter Schmerz und Wehen, Um Leid und Elend anzusehen, Stets voll Wunsch, Begehren, Abwendig Zucht und Lehren, Kommt aus dunklem Ort, J-ns Dunkel zieht er fort, Ein armer Pilger ohn' Verstand, Ohn' Rath und That, wenn nicht von deiner Hand. Im Leben Staub, Im Tod der Erde Raub, Schon im Leben ihn Zerstörung schreckt, Im End' ihn Wurm und Scholle deckt; Er weiß nicht rechts, noch links Bescheid, Drum überall ihm eine Falle dräut. 41