Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 40 (5.10.1844)
- Date
- 1844-10-05
- Page
- Seite 160 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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160 1315. Friedrich giebtder Stadt Hagenau das Versprechen, die Steuern der Bürger und Juden der Stadt nicht an andere Personen zu verpsänden oder zu veräußern. ,Fortsetzung folgt.) 2. GuiachLen über die Eidesleistung der^uden. (Fortsetzung.) Selbst die Rabbinen habenn dieser Beziehung einige Modifikationen gemacht; denn es heißt in den oben angeführten Stellen, daß ein Schriftgelehrter, auch bei den Denkriemen (Tefilün) beeidigt werden möge, wie auch eine Wittwe, die ihre Morgengabe von den Erben fordert, bei einer gedruckten Bibel beeidigt werden dürfte. Nach der Meinung des berühmten Komentators, Sifte kohcn. Kap. 87, § 41, sollten heut' zu Tage alle Eide, ohne Unterschied, nur mittelst Berührung der Tesillin (Denkriemen) geschehen. Ein Mehreres über diesen Gegenstand hat der berühmte Verfasser des Node bi-Jehuda (R. Jecheskeel Landau, Nabb. in Prag) in seinen Rabbinischen Gutachten, 1e. Abtheil., 2r. Theil, N. 71, in Folge der an ihn von Seiten der ah. Regie: rung ergangenen diesfalligen Anfragen, gründlich und erschöpfend nachgewiesen, daß jedweder geleistete Eid, selbst wenn derselbe durch Berührung einer inkorrekten zum Vorlesen in der Synagoge untauglichen Tora statt findet, dessen ungeachtet dieser abgegebene Eid, immer als unverbrüchlich erachtet wird, und besitzet er alle verbindliche Rechtskraft. (Fortsetzung folgt.) 3. Erklärung des Wortes פזמא uud einer Stelle Ln der PefLkta. Dieses Wort übersetzen Landau und Dessauer — nach Musafia — ,,Ausstreuung, Verschwendung;" Rapaport erklärt — nach Buxtorf — ״ Freigebigkeit." Abgesehen daß das griechische von M. angeführte Wort keine dieser Bedeutungen hat, so passen diese Erklärungen nicht in der Stelle, wo das Wort פזמא vorkommt. Es bedeutet aber — wie das griechische ״pasma" Vertrau en, Zuversicht, und die Uebersetzung der Stelle in der Pesikta ist folgende *): Es heißt in der Schrift: Er stärkt mich, denn er findet Gefallen an mir; dies erklärt R. Jochanan mit ,,Vertrauen zu Gott (Zuversicht zu ihm) faßte ich (Erklärung der Worte: Er stärkt mich, d. h. ich werde durch Ver- *) יחלצני כי חפץ כי אמר ר' יוחנן פזמא דידיה היא סליקת כי במיתן לי אורייתא, — Einige lesen פיזמא , was auch richtig ist, da das griech. Wort sowohl ״pasma^ als ״pisma" (nach Reuchlin'scher Aussprache) heißt. trauen auf Gott stark), als er mir die Tora gab (Erklarung der Worte: Er findet Gefallen an mir, d. h. Er gab mir sein Gesetz). Vermischte Nachrichten. Die jüd. Schullehrer Preußens sind, gleich den chcisilichen, von einer Steuer ״Miethsabgabe׳^ genannt, befreit worden. — Der dekannte reformatorische Rabbiner Ahron Chorin ist de!124.Aug. in dem 79. Jahre seines thätigen Lebens gestorben. — Die ttnga* rische Nabbinerverfammlung hat ein jämmerliches Ende genommen. Ein anwesender Rabbiner war höchst erzürnt, daß Hr. Schwa b, Rabb. zu Pesth, die Versammlung in deutscher Sprache anrcdete! — In Galizien sind 294 Synagogen und 100 Betstuben, in Ungarn 42 große Synagogen, aber mit kleinen Synagogen und Betstuben 342, in Mähren 52 und in Böhmen 59 große Synagogen.— Der jüd. Buchhändler Berendsohn in Hamburg hat vom Könige v. Würtemberg die goldne Medaille für Künste und Wissenschäften erhalten. — In Bagdad leben beinahe 10,000 Juden. In den Cirkularsitzungen des Ungar. Reichstages vm 6., 7. u. 9. Sept. wurde die Gleichstellung der Juden verworfen, dagegen aber das Specialgesctz angenommen, wonach die Loleranztaxe abge. schasst werden soll und die Juden auch in den Bergstädten wohnen, in allen königl. Freistädten Grundbesitz erwerben, alle Künste und Wissenschaften betreiben, auch Advokaten, Apotheker rc. werden, sowie an allen Orten Handel und Handwerke, auch mit m'chtjüd. Gehülsen treiben dürfen. Auch wurde die Gründung eines Central- Rabbiner-Seminars in Pesth bewilligt. Literarische Anzeige. Es hat sich von mehren Sekten der Wunsch zu erkennen gegeden, daß das bei mir erschienene Werk: Das Leben der Patriarchen. Erbauungsschrift für gebildete Israeliten von Dr. Herrn. Sommerfeld, israel. Prediger, auch in den israel. Schulen benutzt werden möge, jedoch mit dem Hinzufügen, daß hieran der Preis hinderlich sei. Ich habe mich, deshalb entschlossen, den Preis dieses von innen und außen gediegenen Werkes auf 1 Thlr. zu ermäßige» und auf 10 entnommene Exemplare l Freiexemplar zu bewilligen. — Ueber den Werth dieses Buches findet man Aufschluß in Dr. Jost's Annalen 1840, Nr. 50, Orient 1840, Nr. 47, Allg. Zeitg. d. Judenth. 1840,, Nr. 45, 2c. — Jede Buchhandlung führt Aufträge aus. Neumann Hartmann in Elbing. Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.