Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 39 (28.9.1844)
- Date
- 1844-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,u. zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für das halbeJahr ist 2V Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Älle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des In-u. Auslandes nehmen Bestellun» gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. יפה תלמוד חורה עם ררך ארץ. (Abot, 2, 2.) חציו לי׳י וחציו לכם. (Beza3 15 b.) 1. Sukkotfesttag, 28. Sept. .יום א׳ רססח 15. Tischri, 5064. Erklärung Da mit dieser Nummer das dritte Quartal dieses Jahrganges vom ״Sabbath-Blatt" beschlossen ist, so bitten wir die geehrten Hrn. Abonnenten, ihre weitern Bestellungen recht bald machen zu wollen, damit keine Störung in die Versendungen eintrete. Die ״Redaktion" ist übrigens bestrebt, das Interesse und den Werth dieses bereits in den entferntesten Ländern verbreiteten Blattes immer höher zu steigern. C. L. Fritzsche. Die preußischen Gemeinden, Lehrer und Schulen. Von H. Goldstein, Oberlehrer in Gleiwitz. A. Die jüdisch en Gemeinden Preußens, besonders Schlesiens. Wenn auch die Farben, welche ehemals die religiösen Ansichten der Juden scharf markirten, grell zeichneten und sie unter 3 verschiedenen Fahnen schaarten, ich meine die der Sadduzäer, Pharisäer und Essaer, durch die Lange der Zeit matter geworden, so ist dennoch jener ursprüngliche Grundtypus nicht gänzlich verwischt, und ist es gar nicht schwierig, in einer jüdischen Gesammtheit (מנין) Mitglieder aufzusinden, die bewußt oder unbewußt zu einer der beiden ersten Ansi'chten sich hinneigen, und für deren Bethätigung im Leben freilich nur lethargisch, wie jetzt alles Religiöse behandelt wird, wirken. Nur der Efsäer Ansicht, der wahren Heiligen, sind der Gegenwart entschwunden— die ich von der Radix (עשה) wirken, arbeiten, welches ihr Symbol war, ableite—und keinesweges durch jene Müßiggänger, unsere heutigen Chasidim, ersetzt wissen will, und ist an deren Stelle eine andere, die der Zeloten getreten. Sie unterscheiden sich aber merklich von den Zeloten, Freiheits-Eifcern, die eigentlich aus Sadduzäern und Pharisäern bestanden, hierdurch, daß jene doch wenigstens das Ideal der Freiheit, somit ein edles Ziel vor Augen hatten, für das sie freudig, Gut und Blut opferten, wahrend die Zeloten der Gegenwart förmlich sinnlos und zwecklos eisern, und scheint es überhaupt, daß jener feurige Eifer, der einst die Sadduzäer und Pharisäer für ihre religiösen Ansichten erglühte, daß dieser beiderseidige Eifer, leider auf jene Zeloten-Partei überging, und glauben diese, namentlich in unserm Schlesien, nicht nur das Himmelssondern auch das Todtenreich erstürmen zu muffen — wenigstens aber jedem Guten und Schönen, das von den, Männern der andern Ansichten freilich nur lauh, gesorgt und gepflegt wird, grade zu, nur aus Zelotismus^entgegen zu arbeiten und es zu hintertreiben. Jede Gemeinde hat ein Häuflein Juden aufzuweisen, das sich zum Deutschthum, wie jene ehemaligen Sadduzäer zum Griechenthum, bekennt, die gerne unsere Gegengenwart, nicht der einstigen Zukunft geopfert wissen will, überhaupt deutsche Bildung in sich ausgenommen, und jene äffende Werkheiligkeit in tiefster Seele verabscheuet. Wünscheu dem Judenthume Geltung auch in der Gegenwart zu verschaffen, es für vernünftige Menschen im Sinne לא נתנה׳ rntf חורה למלאכי zu gestalten und ihm eine der Gegenwart, unserm Geiste zusagende Form zu geben. Ihnen schroff gegenüber finden wir ein Häuflein Pharisäer, die selbst ערובי תבשילין als sicher auf Sinai verkündet glauben, und findet sich dasselbe auch nicht in den 10 Geboten, so gewiß im Schwanengesang האזינו, weil vom Patriarchen Abr. schon geübt, 39