Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 37 (14.9.1844)
- Date
- 1844-09-14
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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148 famfcit des Rabbiners äußert, so wenig man oft, wenn man das Acußere der Gemeindegliedcr betrachtet, einen solchen Wunsch erwarten sollte. Daß solche Bestrebungen noch keine weitern Erfolge, als die Anstellung zweier studirtcn Rabbiner gehabt haben, liegt zum Theil in dem Mangel an Subjekten, wie sie für diese Gegend brauchbar stnd, theils in der Armuth der Gemeinden, die nur einen geringen Gehalt bieten können. (Beschluß folgt.) L ese -Zimmer. 1. Gutachten über die Eidesleistung der Juden. (Fortsetzung.) 6. Obwohl im Talmud, Traktat Schebuot, 38 b und im Codex Choschen-Mischpat Kap. 87. tz. 13, bei gewissen gerichtlieben Eiden, die Berührung der Tora und sonstige mit Drohungen und Verwünschungen begleitete Eidesformel, als Conditio sine qua non vorkommt, so ist solches nur aus dem Grunde festgesetzt, um dadurch das Gemüth des Schwörenden rege zu machen, und auf dessen Gefühl dahin zu wirken, daß derselbe ermahnt werde, welche Strafe ihn erwarte, seine Aussage, di? er beschwöret, nicht der Wahrheit gemäß sein. Dieses einzige Motiv, liegt hier allein zu Grunde, daß alle Feierlichkeiten aufgeboten werden, alle, die Kraft und Nachdruck enthaltenden Stellen, mit welchen die Erinnerung an Gott, den allgerechten Rächer und Vergelter der Meineidigen, rege gemacht wird, um jetzt den Schwörenden ins Gedachtniß zu rufen, hat aber mit der eigentlichen Richtigkeit des Schwures nicht den geringsten Zusammenhang, weil jedwede Uebertretung eines ohne Berührung der Tora geleisteten Eides, selbst von den Rabbinern, die die Berührung heiliger Gegenstände erforderlich machten, als Meineid betrachtet und behandelt wird. (Fortsetzung folgt.) 2. Gin türkischer Spruch und Hr. Marcard. Die Türken haben einen Spruch, den sie vom Propheten Muhammedjüberkommen zu haben vorgeben, und der ihnen zur Ehre gereicht. Dieser Spruch ist nämlich: Dschehud nenne die Juden mit ihrem Namen, und nicht mit einem andern, denn dies wäre eine große Sünde. (Vrgl. Fleischer im Katalog der arab., pers. und türk. Hndschr. der Leipziger Rathsbibliothek, S. 427-) Hr. Marcard in Minden könnte von den Türken Humanität lernen, wenn nicht sein christlich-germanisches Gemüth ob dieses Gedankens sich empören müßte. 3. Die Luft. Aus dem Persischen. Eines Tages ging ein König mit seinem Sohne auf die Jagd. Als es heiß wurde, legten der König und sein Sohn ihre Bogen auf die Schulter des Hofnarren. Lachelnd sagte der König: O Hofnarr! auf dir ist die Last eines Esels.*) ״Vielmehr zweier," versetzte jener. Vermischte Nachrichten. Ein Korresp. des Fr. Journ. legt es den Frankfurter Juden ans Herz, daß sie die ״Kappores" und das ״Schaales-Abklopfen" abschaffen sollen. O der politischen Journale, die ihren Lesern nichts Besseres bieten können! — Die ,,Rosen" von Heller sind ungehalten, daß das engl. Parlamentsmitglied d'Jsraeli in seinem neuesten Romane den Beweis zu führen versucht, daß die größten Männer der Kunst und Literatur der jüdischen Nation angehören. Er erinnert an Börne und Heine, Meycrbeer und Mendelssohn, und behauptet, daß auch Rossini ein Jude sein soll. Das bringt Hrn. H. in Harnisch; denn er haßt die Juden, weil sie weder dem Schweinefleisch noch seinen ״Rosen" Geschmack adgewinnen können. Dr. Bodenheimer ist zum Rabbiner in Crefeld ernannt worden. — Für das Kaffel'sche Rabbinat soll Dr. I. Aub bestimmt sein. — Aus Ungarn liest man nur Trauriges über die religiösen Wirren der dortigen Juden. Am 20. August fand in Bacs die Ungar. Rabbinerversammlung statt. In Eperies (an der äußersten Grenze Ungarns) ist seit fast einem Jahre Predigt und zum Theil Choralgesang eingeführt. In Ungarisch-Brod (Mähren) ist auch durch den neuen Rabb. Nascher die deutsche Predigt eingeführt worden. — In Prag geht man ernstlich damit um, für die Verbreitung der czechischen (slawischen) Sprache unter den Juden zu sorgen. — In Schleswig-Holstein will man die Inden von der Militärpflichtigkeit ausschließen. — Die Juden von Tanger, welche sich des Krieges wegen nach Gibraltar geflüchtet hatten, sind bereits wieder nach ihrem frühern Wohnort zurückgekehrt. — Die Dame Augsburgerin spottet immer der Rothschilde. Wenn sie nur keine Juden wären, würde man andere Saiten anschlagen. Ich frage: Wer kann es versichern, daß er an der Stelle der Rothschilde mehr thun würde, als jene hochherzige Familie Gutes stiftet? Im Persischen ,,eher‘״, welches Wort auch im Talmud vorkommt. In Sanhendrin, Bl. 100 ist ein ganzer vers. Satz: כאר הזר , Chen hezar guneh, ״ein Esel von hundert Farben." Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.