Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 37 (14.9.1844)
- Date
- 1844-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten. welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer F'eser. mm חציו לי״י וחציו לכם. יפה תלמוד תורה עם דדך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Me wohllöbl. Postanstalten u. Seitungs -Expeditionen des Inu. Auslan» des nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Rosch Ha-Schana, 14. Sept. .ראש הש1ה 1. Tiscliri, 5065. Die Jrrdenhochzer't in Sternberg. (Ein histor. Nachtstück aus dem 15. Jahrh.) (Fortsetzung.) Das zurückgebrachte Heiligthum befand sich in einem hölzernen Leuchterkopse. Peter Dane zog das Tuch hervor, sah, von Entsetzen ergriffen, die Blutflecke auf demselben und wußte keinen anderen Rath zur Verheimlichung seines Verbrechens, als das geschändete Sacrament in der Nacht auf dem naheliegenden Herrenhose tief in die Erde zu verscharren. Gewissensangst und Furcht vor der leicht möglichen Entdekkung seiner Thal beunruhigten den pflichtvergessenen Priester um so mehr, da er in Folge der päpstlichen Dermalen und der Koncilienbeschlüsse es für eine unumstößliche Wahrheit halten mußte, daß jede zum Gebrauch des Abendmahls eingesegnete Hostie sich, von dem Augenblicke der Weihung an, in den wirklichen Leib und das wahre Blut des Erlösers verwandle. Er sann nun Tag und Nacht auf einen Ausweg, der es ihm, ohne an sich selbst zum Verräthec zu werden, möglich mache, die gemishandelten Hostien wieder ans Tageslicht und zur allgemeinen Verehrung zu bringen. Endlich glaubte er einen solchen gefunden zu haben. Er reiste nach Schwerin, stellte sich dem Domprobst vor und erzählte demselben ein gut ersonnenes Mahrchen, wie eine himmlische Erscheinung ihm geoffenbaret hätte, daß auf dem Herrenhose in Sternberg — ein wüster Platz, welchen der Begründer Sternbergs, Pribislaw 11!., zum Bau eines fürstlichen Hauses bestimmt hatte — das heil. Sacrament vergraben liege. Der Probst war aber nicht der Mann, dieser Erzählung sogleich Glauben zu schenken; er witterte Betrug und hatte auch noch ohnehin gar triftige Ursachen, eine Vermehrung der Heiligthümer in Meklenburg nicht wünschenswerth zu finden. Im Schweriner Dom wurde nämlich ein gar kostbarer Schatz, das wahre Blut Christi in Jaspis gefaßt, als ein Geschenk des Kardinals Pelagius aufbewahrt, zu welchem jährlich Tausende von Wallfahrern zogen. Damit nun den reichen Gaden derselben kein Abbruch geschehe, spielte der Probst den ungläubigen Thomas und gab dem Peter Dane einen Dom- Capitularen zum Begleiter auf den Rückweg mit, der auf alle Handlungen desselben wohl Acht haben und darüber nach Schwerin berichten sollte. Allein der Capitular war dümmer als der von ihm beaufsichtigte Priester. Dieser machte sich gar pfiffig in der Nacht auf beiden Armen mit Bleierz große blaue Flecke und zeigte solche am Morgen dem Kkpitularen sich beklagend, daß er durch die frühere Erscheinung in diesen Zustand versetzt sei, weil man noch keine Anstalt getroffen hätte zur Nachgrabung des heil. Sacraments. Der leichtgläubige Domherr hatte nichts Eiligeres zu thun, als das geschehene Wunder sofort nach Schwerin zu berichten, worauf das Kapitel den Entschluß faßte, die ganze Sache dem Herzoge zur Entscheidung vorzulegen. Der Mitregent des Landes, Balthasar, befand sich zu der Zeit auf einer Wallfahrt nach Jerusalem. Herzog Magnus beschloß also aus eigener Machtvollkommenheit, den bösen Handel einer öffentlichen Untersuchung zu unterwerfen. Er begab sich in eigener Person nach Sternberg, begleitet von seinen Hofräthen,. einem großen Theil der Ritterschaft und den Abgeordneten der höhern Landesgeistlichkeit. In Gegenwart von mehrmals tausend Zeugen ward nun die Nachgrabung vorgenommen, bei welcher Peter Dane selbst mit Hand anlegen mußte. Nach langem vergeblichen Suchen fand endlich derselbe die rechte Stelle, wo die zerstochenen Hostien׳ mit ihrer Umhüllung in einen hölzernen Leuchterköpf gesteckt, vergraben lagen. Nach sorgfältiger Besichtigung glaubte man die rothen Flecke in dem Seidentuche für wirkliche Blutflecke halten zu müssen. Das Gefundene ward nun mit der größten Ehrerbietung in eine Monstranz gelegt und in einer feierlichen Procession unter dem Läuten der Glocken und dem Singen der Litanei in die Marienkirche 37