Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 36 (7.9.1844)
- Date
- 1844-09-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P oft zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für bas halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto» Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihwen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Fir Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) חציו לי״י וחציו לכם. (Beza, 15 b.) 1844. de, zahlen dafür 2 Sgr 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Jeitungs - Erpeditionen des Inu. Auslan» des nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Nizzabirn-wa-Jelech, 7. Sept. פ׳ נצנים וילך 23. Filul, 5604. Der Tag des Weltgerichts. *) Von Dr. Michael Sachs, Prediger in Prag. Es giebt der Tochter, der viel theuren, werthen, Ein mächt'ger Herr, den Gatten, den Gefährten. Des Gatten Thun, sein Walten und Gebühren Dein Vater pflegt das Kind zu offenbaren, Wo jener zürnt', ein arges Wort gesprochen. Wo hart der Liebe Bündniß er gebrochen, Und wenn er nun erscheint in dem Palast, Mit ernstem Wort' der Vater ihn erfaßt, Wie er vergangen sich und wie gefehlt, Das Alles dem Betret'nen er erzählt; Mit strenger Rede und mit Zornesblicken Er jede Schuld ihm weiß vor's Aug' zu rücken. Der gehet aus dem Saal, verwirrt, erstaunt: ״Wer ihm das Alles wohl hat zugeraunt? ״Bin ich umlau'rt von Feinden, die — versteckt — ״Was sie erspäht — in schnöder List entdeckt?" — Des Königs Diener er dann grollend fragt. Ob sie es sind, die seine Schritt' und Thaten In frechem Muth dem Könige verrathen? ״Du Thor! Sein Kind hat er dir anvermählt ״Und du kannst fragen, wer ihm das erzählt?" Kommt einst der Tag, zum Weltgericht bestimmt, Da Jeder seinen Spruch von Gott vernimmt, — Sein Schaffen, Thun — in seinem Erdengang, Was er gewirkt, vollbracht, sein Leben lang '— Das Alles hört der Mensch aus Gottes Mund, Der längst Vergeß'nes wieder ihm macht kund. *) Aus dem ״Wiener Jahrbuch" für 5605. D. R. Und was entschwunden schon in weite Fern' — Es tritt ihm nahe bei dem Spruch des Herrn. Was er verborgen wähnt' in finsterer Nacht, Er sicht es hell, hervor an's Licht gebracht, — Was im Gehcimniß ruht, in Schweigens Hülle — Es ist entdeckt, gebrochen ist die Stille, Und Alles stehet vor des Menschen Blick, Und was vergangen, kehret ihm zurück. Erstaunt, betreten, wird der Mensch dann fragen: Wie? Giebt's Verräther, die ihm Mes sagen? Der Thor, der es vergaß in seinem Wahne, Daß in ihm selber weilet, was ihn mahne! Sein Kind hat er zu eigen dir gegeben, Die Seele dir verbunden für das Leben, Die täglich kehrt zurück in den Palast ־ Zum Vater, wenn der Leib in träger Rast, Und was gesonnen du und was vollbracht, Das meldet sie und trägts ihm zu bei Nacht. Und ausgezeichnet wird ein jeglich Wort, Und aufbewahrt die Schrift am sich'ren Ort. — Du Thor, sein Kind hat er dir anvermahlt, Und du kannst fragen, wer ihm das erzählt? — Pesikta der. Kahana par. VIII. Die Judenhochzeit in Sternberg.") (Ein histor. Nachtstück aus dem 15. Jahrh.) Gefährlich ist's den Leu zu wecken Und grimmig ist des Tigers Sahn; Jedoch das Schrecklichste der Schrecken Das ist der Mensch in seinem Wahn! Es war im Jahre Christi 1491 unter der vereinten Regierung der Herzoge Magnus und Balthasar von Mecklen- *) Aus dem wendischen Boten. D. R. 36