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Sabbath-Blatt · 1844-08-24 · 34 (24.8.1844) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
34 (24.8.1844)
Date
1844-08-24
Page
Seite 136 (sequence 4)
Language
German
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Lese-Jim in er. 1. Gutachten über die GidesLeistuNg der Juden. Von Hirsch Chajes, Kreisrabbincr in Zolkiew. Wohllöbliches k. k. Kreisamt in Zolkiew! Mit geehrter Weisung vom 31. Dec. 1843. (A. 18,458) wurden dem gehorsamst Unterzeichneten folgende Fragen zur Begutachtung vorgelegt: 1) Ob die bei Anton Schmid in Wien im Jahre 1836, in Octavform neuaufgelegte Tora (5 Bücher Moses) zur Beeidigung der Juden bei den galizischen Gerichten verwendet werden dürfe? Denn nach genauer Einsicht in gedachte Auslage vom Jahre 1836 erscheint der 14. Vers des 26. Kapitels des 3. Buches Moses bis Vers 43, auf 4 nach einander folgenden Seiten aufgeführt, und demnach der schwörende Israelit, seine rechte Hand, nicht auf alle diese gedachten 4 Seiten gleich legen könne. 2) Ob es auch thunlich sei, dem Schwörenden zu bedeuten, daß sämmtliche Verse mir Einschluß 43, in den folgenden Blattern enthalten sind? Auf diese erachtet der gehorsamst Unterzeichnete seine, nach reiflicher Ueberlegung wohlbegründele Aeußerung, in folgenden Punkten darzuthun. (Fortsetzung folgt.) 2. Sonst rrrrd Jetzt. Als die Juden in Judäa gegen den Kaiser Konstan- .in sich empört hatten, ließ er den Schuldigen die Ohren abschneiden und ein Brandmal auf die Stirne drücken. (Chryiost. Werke, Thl. 5, das Buch gegen die Juden.) Jetzt hört man zwar nicht mehr von solchen Strafen; hingegen müssen noch in unserer Zeit die Ohren selbst unschuldiger Juden die niedrigsten Schmähungen, wie Schacherer, Be- ' trüger, Wucherer anhören, und gar oft von unbefugten Skriblern in öffentlichen Blattern Brandmale dem Judenthum aufdrücken sehen. 3. Dhne Zweifel. Aus dem Persischen. Jemand zog einen Papagei groß, dem er die persische Sprache lehrte. Jede Anrede beantwortete der Papagei mit: ,,Ohne Zweifel" (denn tschih schek). Eines Tages brachte ihn der Herr auf den Markt, um ihn zu verkaufen, und fordere hundert Rupien als Preis. Ein Moghole fragte Verantwortlicher Verleger C. L Fritzsche in Leipzig. den Papagei: ״Bist du denn hundert Rupien wertst?" ״Ohne Zweifel" antwortete dieser. Jener freute sich darüber, kaufte den-Papagei und nahm ihn mit nach Hause. Als er aber auf alle Anreden ״ohne Zweifel" zur Antwort erhielt, schämte er sich, bereute seinen Kauf und rief aus: ״Ich habe eine Thorheit begangen, indem ich diesen Papagei kaufte." ״Ohne Zweifel" erwiederle der Letztere. Vermischte Nachrichten. In Paris wurde vor Kurzem ein fünfaktigcs Trauerspiel, Diegarias von V. Sögour, aufgeführt, dessen Hauptperson ein Jude ist. Diegarias ist nämlich Minister KönigKarl's IV. von Kastilien, und die Entdeckung, daß der Minister ein Jude ist, bildet die Katastrophe. Der Dichter hatte, auf deutschem Boden, nicht das 15., sondern das 19. Jahrhundert wählen können. — Die Deputirtenkammer bat das Budget des isr. Kultus um 10,000 Fr. vermehrt. Die Franzosen schreiten vor-, die Deutschen rückwärts. Der König von Preußen har an die Behörden eine Bekanntmachung erlassen, die Juden wider die rohen Ausbrüche des Pöbels zu schützen. — Unter den vom Berliner Kulturverein Unterstützten sind hervorzuheben der verdienstvolle Schriftsteller Fürstenrhal in Breslau und Dr. Cassel in Berlin. (Rabbinenwesen.) Rabb. Philippson in Magdeburg vertheidigt den Gebrauch dershebr.Sprache imGebet,was sehrlobenswerth ist. — Rabb. Schott wurde, bei der Rückkehr von der Rabbinerversammlung, von seiner Gemeinde festlich empfangen. — Dr. Michael Sachs, Prediger in Prag, wird im Herbste die berliner Rabbinats -Assesorstelle antreten und wird bereits eine Kanzel für ihn errichtet. — Bon Rabb. Hirsch in Luxemburg ist (bei Hunger in Leipzig) eine Schrift über Reform im Judenthum erschienen. Näheres habe ich darüber im ״Orient Nr. 33" gegeben. — Von Rabb. Geiger erscheint eine Grammatik zur Mischna. In N ordam e rika entstehen immer mehr Gemeinden, und in Folge dessen, viele Schulen und Synagogen. — In Kassel hat sich ein Judenbekehrungsverein gebildet. — In Krakau soll die Bildung unter den Juden immer größer» Boden gewinnen. In den nächsten Nummern werde ich, nach einem hebräischen Manuskript des Prof. S. D. Luzzatto, Ausführliches über die Leiden der Juden durch die Hussiten in Böhmen geben. Dr. Goldenthal in Leipzig veröffentlicht ein seltenes Buch von R. Nissim, einem Rabb. aus dem 10. Jahrhundert. — Von der Red. dieser Bl. erscheint eine ״kabbalistische Bibliothek." Druck von I. H. Nagel in Leipzig. -

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