Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 34 (24.8.1844)
- Date
- 1844-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Zeilschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Preis für das halbeLahr ist 20 Sgr., ohne Porto׳ Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünscken, daß ihneu d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Belehrung» Erbauung und Unterhaltung Leser. חציו לי׳יי וחציו לכם. יפה תלמוד חורה עם ררך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Keza, 15 b.) de/^ahlen däfLr 2 Sgr B Pf, halbjährlich als ifestgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten 11. Zeitungs -Erpedit>o nen des In-u. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Buchhdi bezogen werden. Sabbath Ki-Leze, 24. August. פ׳ כי תצא 9. Elul, 5604. Der Werkeltag und der Sabbat. *) Die Zeit ist noch nicht gar lange verflossen, wenn sie es überhaupt oder allenthalben ist, da noch der schwerste Druck der Verhältnisse, der Angst der von Tage zu Tage gefährdeten Existenz; da noch vom Staate, wie von seinen einzelnen Gliedern, Kalte, Haß und Verstoßung das Leben des Juden in der civilisi'rten Welt zu einem unaufhörlichen Kampfe, zu einem unsichern, unablässigen Ringen nach der Subsistenz, und den Mitteln, sie zu sichern, machten. Viele meiner Leser, namentlich aber in jenen Staaten, in denen der mittelalterliche Druck, die Last grenzenloser Abgaben, die Willkür der Gesetzgebung von Außen, die Nothwendigkeit von Innen herbeigesührt, Verschlagenheit der Gewalt entgegenzusetzen, und durch List dem übermächtigen Feinde das abzugewinnen, was er mit roher Gewalt in der eisernen Faust festhielt oder ■cm sich zu raffen suchte, werden sich der' Zeiten eines solchen ewigen Kriegszustandes zwischen dem Unterdrücker und Unterdrückten erinnern, ihn beseufzen, wo er noch waltet, und dagegen sich Glück wünschen, da, wo er zur Vergangenheit hinabgeschwunden ist. Aber mögen auch Jene, die noch unter Drucke seufzen, wie Diese, die über ihre Erlösung sich glücklich preisen, das nicht vergessen, daß dieser Krieg nach Außen den Frieden nach Innen mächtig gefördert.׳ wo nicht gar erzeugt hatte. Es ist kein Nebel auf der Welt, das von außen kommt, welches nicht zugleich ein großes inneres Gut unbemerkt mit sich führte. Ein Gut *) Dr. Steinheim in der Biographie üdinger's. brachte uns der endlose Druck, die Verstoßung von außen, gleichfalls, und es bestand daß es uns auf uns selbst zurückdrängle und das Familienleben um desto inniger und heiliger machte, je feindseliger und ungewisser sich die Verhältnisse zum Staate und zu dessen Gliedern für uns gestaltet hatten. Als noch allenthalben Verachtung und Haß unsere Vorfahren von ihren mächtigen und stolzen Nachbaren abschloß, da schloß sich gleichzeitig alle Liebe und alle Innigkeil in den Familien derselben in sich selber ab. Alles Wohlwollen, alle Treue, alle Zuneigung kehrte sich nach dem In׳- nern der Gemeinde, der Familie, des Hauses, und diese wurde um so kräftiger, je mehr sie sich auf diesen engen Umkreis beschranken mußte. Jedes tiefere Gefühl, jeder göttliche Gedanke ward schon von außen her in diese Richtung gezwungen, nach dem Centrum determinirt, und konnte bei dem getingen Umfange um so energischer sich thatig beweisen. Denn selbst die inner« Gemeindeeinrichtungen konnten wenig, vermöge ihrer Act, vom Familienleben abziehen, da sie vielmehr selbst den Charakter des patriarchalischen Fa- Milienlebens an sich trugen, und irr ihnen sich wiederum alle Leiden und Freuden des Hauses, alle Besorgnisse und Hoffnungen, alle Kämpfe und Vereinigungen, alle Treue und Zärtlichkeit nach Innen, wie alles Widerstreben und Abwehr nach Außen wiederholten, f (Beschluß folgt.) a4 D. R.