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Sabbath-Blatt · 1844-08-17 · 33 (17.8.1844) · p. Seite 132

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
33 (17.8.1844)
Date
1844-08-17
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Nichtzahlung in Folge dieses Kompromisses der Gläubiger volles Exekutionsrecht erhalt, oder bei Verpfändungen in den vollen Besitz des verpfändeten Gutes tritt, ohne daß dem Schuldner bei etwaiger Uedervortheilung noch das geringste Recht zur Klage übrig bleibe. Auf diese Weife wird der Sinn des Gesetzes verdreht und die wehlthätigste Absicht des Gesetzgebers zu dem schändlichsten Misbrauche benutzt. Ich habe mich nicht gescheuet, meine eigenen Landsleute und Glaubensgenossen vor dem Forum der Oessentlichkeit dieser schändlichen Handlungen zu zeihen, da jeder rechtliche Mensch den gerechten Unwillen der christlichen Bevölkerung Lembergs und den Abscheu vor diesen widerlichen Leuten theilen, und keine Gelegenheit vorbeistreifen lassen muß, um durch eine öffentliche Brandmarkung vor einem näheren Umgange mit diesen Blutsaugern zu warnen, und vielleicht, wenn noch eine Möglichkeit vorhanden, sie selbst zum Aufgeben ihres elenden Gewerbes zu bewegen. Lese -Jimmer. Die Juden im XIV. Jahrhundert. Eine historische Skizze. *) ״Die Geschichte ist ein Verzeichniß der Martyrer der Nationen," sagte der Bischof Gregor, was leider! nur zu wahr ist, vorzüglich von der Geschichte dejüd. Volkes. Welch' ein trauriges Gemälde bilden in der That die isr. Annalen im Mittelalter? Allein das 14. Jahrh. ist die unglücklichste Epoche desselben. Mehre Male haben sie die heftigsten Verfolgungen erlitten; nie aber sind die Ströme ihres Blutes reichlicher geflossen. Oft wurden sie hassenswerther Dinge beschuldigt; nie aber sah man mehr ersonnene Beschuldigungen sich gegen sie verbreiten. Vorurtheil, Fanatismus, Unwissenheit, Alles verschwor sich wider dieses unglückliche Volk, Alles zielte dahin, es mitten in der christlichen Gesellschaft zu isoliren. 1301. Die Fakultät der Medicin zu Paris zog zuerst die Scheidungslinie zwischen Christen und Juden, indem sie, 1301, die Verfügungen des kanonischen Rechts in Betreff der isr. Aerzte erneuerte. (Fortsetzung folgt.) Vermischte Dtachrichteu. Der König von Belgien hat dem Arzte Dr. Ottenburg den Leopoldorden .verliehen. Hr. O. wurde von einer großen Anzahl deutscher Aerzte in Paris gewählt, um eine Gesellschaft, die zur ף Aus dem Französischen der tievue orientale von Carmoly in Brüssel, Bd. J, S. 464. Die Red. . gegenseitigen Aufklärung über schwierige medicinische Fragen gegründet wurde, zu leiten und die Franzosen mit den Fortschritten der deutschen Medicin bekannt zu machen. — Zu der Industrie- Ausstellung, welche so viele Fremde nach Paris geführt, haben jüdische Fabrikanten die merkwürdigsten Partkeen geliefert. Die schön, sten Tapeten lieferte ein Hr. Helbronner; ein gewisser Hr.Salomon aus Paris verfertigte die schönsten Muster von polygraphischrn und mechanographischen Maschinen; ein gewisser Hr. W o lf lieferte die kunstvollsten Meubelß, wobei die Solidität mit dem Reichthume wetteiferte; die Brüder Vitalis, ihren Erfolg seit 1823 verfolgend, lieferten die schönsten Tücher ihrer Fabrik. Gleich ihnen lieferten noch zahlreiche Israeliten ihre Beiträge zu dieser großartigen Ausstellung. — Den 17. dieses Monats starb zu Paris Hr. Po lack, der Sckretär des Konsistoriums, in einem Alter von 48 Jahren. Die jüdische Journalistik in Paris widmet ihm, der es wohl verdiente, den schönsten Nachruf. — Durch eine königl. Ordonanz ist den 1. Juli d. I. A ltkirch (im Dep. Hoch, Rhein) zu einem Rabbinatssitze bestimmt worden. Dieses neue Rabbinat wird die Gemeinden zu Altkirch, Wittersdorf, Luemswiller, H i r s i n g r n und H a g e n b a ch in sich fassen. Hr. Mendelson in Hamburg kündigt in einem Prospektus, dir Fortsetzung der trefflichen Schrift ״Schuschan-Eduth" an. — Am 5. Sept. wird die Einweihung des neuerbauten Tempels in Hamburg stattsinden. _ Aus Memel wird berichtet, daß ein christlicher Bürger, der vor 2 Jahren nach Jerusalem abreiste, als Jude zurückkam und in der Synagoge daselbst Borträge hielt. Wir sagen dem Rabbiner in Jerusalem, der ihn zum jüd. Proselyten machte, keinen Dank dafür. _ Die Juden tn BerNn haben für den erretteten König ein Dankgcbet in der Synagoge abgehalten. Der russ. Kaiser soll griech. Kirchen erbauen lassen, worin, zur Verlockung der Juden, in hebr. Sprache gebetet werden soll. In S t r i c g a u ist ein Jude Schützenkönig geworden. Auch ein Fortschritt. _ In Christiania, wo bekanntlich den Juden selbst der Eingang verboten ist, hat der jüd. Violinvirtuose Hauser aus Preßbürg ein Koncert gegeben. _ Aus Heddernheim wird über die Eintracht der Juden und Christen berichtet. ״Wie schön und lieblich ist es, wenn Brüder in Eintracht zusammen wohnen!" In der C. H. Bcck'schen Buchhandlung in Nördlingen ist erschienen: מצעדי גבר oder: Hosagent Maier, der Jude des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Volksschrift für Isr. verfaßt von S. Krämer, Lehrer der isr.-deutsch. Schule zu Altenmuhr. Wir können unfern Lesern diese Schrift als eine sehr tüchtige empfehlen. Verantwortlicher Verleger C. L Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.

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