Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 30 (27.7.1844)
- Date
- 1844-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,«, zwar so, daß sie mit der P o ft zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für das halbeIahr ist SV Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und lluterhaltnug jüdischer Leser. חציו ליי וחציו לכם• יפד. תלמוד חורה עם (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Älle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des In-u. Auslan׳ des nehmen Bestellun: ge» an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jedeBuchhdl. bezogen werden. Sabbath Nachmu, 27. Juli. שבת גחמו 11. Ab, 5604. Besus oder die drei Wünsche, eine altarabische Sage *). Auf heidnischer Beduinen freier Trist, Wo — treu dem Dienste des Herrn und der Schrift Die Gläubigen Zuda's, fern von Schmach und Banden, Des Vaterlandes Schirm und Heil empfanden. Ward ihrem Scheikh, fromm, weise und gelehrt, Als Lohn und Förderung der frommen Sitten, Des Mgerechten Gnade reich bescheert, Und einst gewahrt Erfüllung dreier Bitten. .Dies macht der Gattin, FrauBesus genannt, Der liebende Gemahl sofort bekannt. Ein Wort von ihr genügt ohne Qualen; Sie darf für sich der Wünsche ersten wählen. Nun meint ihr wohl: Besus gar lang bedenkt, Und mustert Gottes Gaben beider Welten? — Nein! längst gehegter Wunsch die Lippe drängt: ״Zu sein die schönste in des Stammes Zelten". Da steht sie nun umwandelt an Gestalt, Wie noch kein Pinsel je ein Weib gewählt; Der ganze Leib von Zauberschön׳ umflossen, Auf's Angesicht der Anmuth Reiz׳ ergossen! Doch nur für sich hat Augen stets der Pfau — Es sucht Besus nun stets der Quellen Spiegel. Unbänd'ger Uebermuth der eitlen Frau, Zerreißt bald der Zucht und der Treue Zügel! *) Dieses Gedicht wurde von einer Schülerin unseres Freundes und Landsmannes Steinschneider in der Lehranstalt der Mad. CH. Löw in Prag bei der letzten Jahresprüfung (27. März) vorgetragen. Die Red. Des Dulders Sanstmuth solcher Prob' erliegt, Des Gatten Lieb' hat Nachezorn besiegt. So schwer verletzt, von Undank tief erbittert, Dem frommen Mund ein harter Fluch entzittert: ״So wollt' ich, daß du wärst ein garst'ger Hund, Der treulich wacht an seines Herren Zelte, Daß dieser thörichte und freche Mund, Wenn er zu sprechen wünscht, nur heulend bellte"! Und auch der zweite Wunsch nicht leer vergeht, Als Hund, der winselnd nur um Mitleid fleht, Liegt schon Besus, die kurze Lust zu büßen. Dem doppelt hart getroff'nen Mann zu Füßen. Des ganzen Stammes Brüder-Schwesternschaar Sich klagend um das Zelt versammeln. Und drin begehrt ein zartes Kinderpaar Die Mutter wieder mit beredtem Stammeln. Und inn're Schaam und Reue folgt sofort Des edlen Mannes übereiltem Wort. Sein Herz befiehlt, bedarf's noch fremder Bitten? Der Gattin weiht er rasch der Wünsche dritten, Der letzte ist's — er giebt ihn freudig hin, Nicht steht sein Sinn nach irdischem Gewinn; Er horchet nur der Stimme hehrer Ahnung, Und preiset laut des Allgerechten Mahnung. Für Weibes Eitelkeit, für Mannes jähenZorn, Erschöpfet sich umsonst der Gnade reicher Born! 30