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Sabbath-Blatt · 1844-07-13 · 28 (13.7.1844) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
28 (13.7.1844)
Date
1844-07-13
Page
Seite 112 (sequence 4)
Language
German
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112 8. bei Giov. Jmberto, also nach kaum sieben Jahren. Von dieser Schrift sagt Hottinger in seiner Bibliotheca orientalis, daß der Styl concis und edel gehalten sei, was sich freilich von der Beschreibung Sabbati's nicht sagen läßt. 2)Natan-Neta Ben Mose aus Hannover, der wahrend der blutigen Verfolgungen in Saslaw unweit Ostrow gewohnt, aber dem Tode durch eine Flucht nach Livorna entging. In dieser Stadt Italiens, so wie dann in Venedig ergab er sich ganz dem Studium der jüdischen Mystik, wurde spater Rabbiner der Juden in Jassy, kehrte dann nach Italien zurück, wo er unweit Padua starb. Er beschrieb unter dem Titel Jewen Mezula ausführlich die Ereignisse der genannten Jahre, so weit sie für die jüdische Geschichte von Interesse sind, und es erschien in Venedig 1653. 4. bei Jmberto, spater in einer jüdisch-deutschen Uebersetzung in Amsterdam 1696. 8. bei UriPhöbos. 3) Samuel Phöbos in Gemeinschaft mit Natan Feidel, ebenfalls Zeitgenossen. Sie schrieben unter dem Titel Tit Ha-Jawen ebenfalls eine Geschichte dieser Verfolgungen, welches Werkchen in Venedig o. I. (aber nicht lange nach der Begebenheit) 8. erschienen ist. 4) Mordechai Ben Naftali Hirsch, aus Kremsier in Mahren und damals in Krakau wohnhaft. Er schrieb ein Trauerlied (Kinna) über die Blutzeugen der zwei Jahre 1648 u. 1649. Es erschien in Amsterdam o. I. 4., mit einem Kommentar und findet sich noch handschriftlich in der Bibliothek zu Oxford (Bibl. Opp. N. 1610.). 5) Mose Mordechai Ben Samuel, in Krakau. Er schrieb ein Büßlied fSelicha) zum Andenken der Märtyrer jener Jahre, welches der Ausgabe der Büßlieder (Selichor) zu Dyrenfurt 1702 beigedruckt wurde. Auch erschien es Franks, a. d. O. o. I. 8. 6) Jom-Top Lippmann Heller, der in Skemirew in Lithauen, Wladimir in Wolynien, in Przemysl und endlich in Krakau Rabbiner war und auch in der Mathematik und in der Sprachwissenschaft sich Kenntnisse erworben hatte, wie seine zahlreichen Werke beweisen. Dieser, bei jenen Ereignissen schon ein Greis, schrieb ein Heftchen Büßlieder über diese Verfolgungen unter dem Titel: ״Selichot 'al Geserat Ukraine," welches in Prag o. I. 8. erschienen ist. Außerdem sind aber noch viele andere Büßlieder und Fürbitten anonym erschienen, die theils unter dem im Ritual aufgenommenen Bußgebeten für den 20. Siwan sich finden, theils noch besonders erschienen sind. Unter diesen verdient noch besonders hervorgehoben zu werden die ״Fürbitte für die im Jahre 1648 Erschlagenen (Bekascha 'al haruge Tach)", zu welcher ein gewisser Mose Kohen, Rabbiner in Metz, einen Kommentar geschrieben. Er erschien in Amsterdam 1699. 4. ■— So viel wußte ich, bei der Schwierigkeit der Herbeischaffung der Notizen, über das Literarhistorische beizubringen, das auf den Kosakenaufstand Bezug hat. Ohne Zweifel giebt es noch mehrere hebräische Relationen, die wohl eine Berücksichtigung verdienen; aber bei dem Zustande der jüdischen Literargeschichte würde es wohl verzeihlich sein, wenn auch manches unberührt geblieben, zumal ich selbst von den Erwähnten nichts als ״das fliegende Blatt" erhalten konnte, das unter allen sagar die ungeschickteste Schilderung zu sein scheint. (Fortsetzung folgt.) Lese -Aimmer. Der ewige Jude. Eugen Sue kündigt einen Roman: l״der ewige Jude" an — alle Zeitungen sind davon voll, alle Buch- Händler kündigen mit hochwichtiger Miene Uebersetzungen an, alle Uebersetzer harren sehnsüchtig auf die französische Post — und das deusche Volk nimmt den ewigen Juden als eine welterschüttecnde Begebenheit auf. Wie steht's aber mit den ״zeitlichen," mit unfern Juden? Die Deutschen könnten sich auch Uebersetzungen der die französischen Juden betreffenden Gesetze verfertigen lassen; sie würden die ״Gleichstellung" darin lesen; allein das wollen die Deutschen nicht. Ihre Gedanken schweifen in den Gesilden der Ewigkeit umher; das Zeitliche kümmert sie nicht— so es Juden betrifft. Vermischte Nachrichten. Die Herren L. Epstein und I. Pollak in Prag haben das Recht erhalten, in ganz Böhmen, wo den Juden der Aufenthalt gestattet ist, Christenhäuser für sich und ihre Kinder zu kaufen. — Ein kleiner Fortschritt für einige böhmische Juden. Die Juden in Frankfurt a. M. wollten dem Kaiser von Rußland, der dort durchreisen sollte, ein Gemälde überreichen, Cyrus darstellend, wie er den Juden ihre Freiheit ankündigt. Doch unterblieb die Durchreise des Czars — und der russ. Ukas ist noch nicht aufgehoben. Die nächste Rabbinerversammlung im Jahre 1845 soll in Frankfurt a. M. ftattfinden. — Dr. Fraukel in Dresden und Dr. Sachs in Prag sind auf der ersten Rabbinerversammlung — nicht erschienen. Veranrwortlicher Verleger G>. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.

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