Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 25 (22.6.1844)
- Date
- 1844-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8620046-8637379-8640177--529-8620466- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPr eis für das halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung Mischer Leser. חציו לי׳יי וחציו לכם. יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Älle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des In-u. Auskandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bk. auch durch jede Vuchhdl. bezogen werden. Sabbath Korach, den 22. Juni. פ׳ חקר 5. Tammus, 5604. Der erste König. (Eine jüd. Sage von A. Tendlau. *) Als Adam seine Mitgeschöpfe sah, Die rings umher des Daseins sich erfreuten, Begann er seinen Schöpfer laut zu preisen, Und rief: ,,Wie groß sind deine Werke, Herr!" — Er aber stand in göttlicher Gestalt, Empor zum Himmel blickend, aufrecht da. — Das sahen seine Mitgeschöpfe alle, Und alle hielten ihn für ihren Schöpfer, Und alles nahte sich, von Furcht ergriffen, Was hoch in Lüften, was in Meerestiefe, Und was auf Erden seelbegabt sich regt, Sich hinzuwerfen vor den Herrn der Schöpfung. — Doch Adam sprach zu seinen Mitgcschöpfen: ,,Nicht mich verehret als den Herrn der Welten, O kommt mit mir vor Jenen hinzutreten, Zu kleiden den in Macht und Herrlichkeit, Zu setzen den als König über uns, Der uns in's Dasein rief, so mich wie Euch. — Denn freilich muß das Volk den König wählen, Kein König kann sich selbst zum König machen, Wenn sich das Volk ihn-nicht zum König setzt." — Und Adam rief zuerst: ״der Herr ist König!" Und Alles rief ihm nach: ,,der Herr ist König! Er kleidet sich in Macht und Majestät!" Die Juden.*) An Fürst und Volk. Werseine Ohren verstopfet vor dem Schreien des Armen, der wird auch rufen und nicht erhöret werden. Sprüche Salomo's 21, v. 13. Vom väterlichen Heerd durch Schnee und Eis Schleppt müde sich ein schwacher Juden-Greis; Schaut heimgewandt noch einmal bang' zurück: ,,Leb' wohl mein Heerd, mein Haus, leb' wohl mein Glück, ״Was jahrelanger Fleiß erwarb im Norden, Ist Einem Worte jetzt geopfert worden." Vom väterlichen Heerd durch Eis und Schnee, Vom rauhen Nord erstarrte Hand und Zeh', Schleicht gramgebeugt die Mutter mit dem Kind, Es peitscht die Rabenglocke, Sturm und Wind, Vom Heerd gebannt, wo sie das Kind geboren; -Hat sie die Heimath auch für ihn verloren. Vom Heerd gebannt durch schneebedrängte Flächen, Hört man den Fuß der Eises-Decke brechen, Und immer wendet sich der Armen Blick, Von Thranen schwer, nach ihrem Heerd zurück, Und eine bitt're, inhaltvolle Lehre Sinkt auf das arme Volk mit seiner Schwere. Durch Eisgestlde hin, durch Wetter, Schauer, Schleicht duldend, still das Volk in tiefer Trauer, Gehr keiner Heimath zu, dem Elend nur; Verdammniß, Tod bezeichnen seine Spur. Der schwergelös'tcn Habe karge Rubel Bezahlen der Verfolger lauten Jubel. ') Rosen. ׳) Telegraph. 25