Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 24 (15.6.1844)
- Date
- 1844-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,«, zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten« welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. חציו ליי׳ וחציו לכם. יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellun. gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Sch'lachlecha, den 15. Juni. פ׳שלח לך Midraschische Gleichnisse (Meschalim). Die Midraschim enthalten einen Schatz von Gleichniffen, welche die schönsten und erhabensten Lehren auf eine anschauliche Weise vortragen. Wir wollen nach und nach diese Gleichnisse mit eingestreuten Erläuterungen den Lesern vorsühren. Midrasch Rabba zu Genesis. Parascha 1. I. Die Tora stricht: ich war das Werkzeug des Heiligen, gepriesen sei er! Wie im Weltlaufe ein König aus Blut und Fleisch, wenn er Paläste bauen will, sie nicht nach seiner Einsicht, sondern nach der Einsicht! des Baumeisters, der sich wieder Pläne und Rechentafeln bedient, nach welcher er die Zimmer und Thüren einrichte, errichten laßt; ebenso blicket Gott in die Tora und schafft die Welt. * * * Der Ausdruck ״Werkzeug" darf uns nicht irre leiten. Die Rabbinen bemerken oft: die Tora spricht nach der Rebeweise der Menschen (דברה תורה כלשון בני אדם), und dies ist auch hier der Fall. — II. ״Groß bist Du (Gott), und wirkst Wunder" (Ps. 86, 10). Ein König aus Blut und Fleisch wird in seinem Lande gerühmt und die Großen des Landes werden durch ihn gerühmt, daß sie ihm nämlich die Last des Negierens tragen helfen; mit Gott, gepriesen sei er! verhält es sich anders: Ec allein halt die Welt geschaffen, Er 28. Siwan, 5604. allein wird in seiner Welt gerühmt, Er allein wird in seiner Welt verherrlicht. * * * Gott allein gebührt die Ehre. Er ist's, den die Menschen preisen, den sie erheben sollen. Im göttlichen Reiche giebt's keine Staatsdiener, die an der Weltregierung theilnehmen; alle Menschen sind Diener Gottes, und eine Hierarchie, eine Priesterherrschaft ist dem Judenthume fremd. (Fortsetzung folgt.) Jakob Frank und ferne Anhänger. Auf welche Abenteuerlichkeiten der Mysticismus geräch, möge folgende Darstellung — die wir aus Peter Beer's Geschichte der jüdischen Sekten entlehnen — zeigen. — Ungefähr im Jahre 1750 kam ein gewisser Jakob Frank, der in Polen 1712 geboren war, in seiner Jugend sich mir der Branntweinbrennerei abgegeben, und fparer in der Krimm und in andern angrenzenden kürkischen Provinzen sich aufgehalten hat, von daselbst mit dem Rufe eines Kabbalisten zurück. Er siedelte.sich in Podolien an, bekam einen großen Anhang von den polnischen Juden und einigen ihrer vorzüglichen Rabbinen, wo besonders stimmtliche Mitglieder der Gemeinden in Landskron, Busk, Dsiran, Opotschnia, Kcibtfchin und mehrere andere ihm beitra: tcn, unter welchen er die Lebre des Sabbatai Zewi, doch wie es scheint, mit verschiedenen Modifikationen verbreitete. Zu diesem Zwecke schrieb er ein Buch unter dem Titel: ואבא היום אל העין, und ließ es im Manuskripte unter seinem Anhänge cirkuliren. Doch hörte man von ihm nicht, daß er durch Gaukelspiele, wie seine Vorgänger, oder sein gleichzeitig mit ihm lebende Rival (der B e sch t), sich angekündiget habe, sondern ec wirkte blos durch Suada, durch ein angenommenes vornehmes Wesen und durch Jmponirung. 24