Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 20 (18.5.1844)
- Date
- 1844-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit derPoft zumSabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daßihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. im;* חציו לי׳יי וחציו לכם. יפה תלמוד חורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) 1844. de, zahle» dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Me wohllöbl. Postanstalten u. Seitungs - Erpeditionen des Znu. Auslandes nehmen Bestellun. gen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jedeVuchhdl, bezogen werden. Sabbath Bamidbar, den 18. Mai. פ׳ כמרכר 29. Ijar, 5604. Gutachten über den Frkf. Reform- Verein von Jakob Löwenstein, Bezirks-Rabbiner in Gailingen (Großherzogthum Baden). (Schluß.) Diese Beschneidung nun, dieses Zeichen des Verhältnifses zwischen Gott und Mensch, diesen Ausdruck der a ngeborenen Verpflichtung zum Eintritte in den Bund des Stammvaters Abraham, als Grundlage des spätem sinaischen Bundes, diese Quelle der ganzen mosaischen Lehre, die Beschneidung, diese sollte nun die erste Zielscheibe leichtfertigen reformatorischen Spiels sein? Gegen 4000 Jahre findet ein ganzer Volksstamm seine Beruhigung, seine Er- Hebung, feine Seligkeit, seinen Trost, seine Hoffnung bei allen Schlägen des Schicksals, sowohl bei denen des Einzelnen als bei denen der Gesammtheit, in der geoffenbarten Lehre Mosche's; und diese geoffenbarte Lehre Mosche's hat die Lebensgeschichte der Patriarchen zur Basis (5. M. 7, 7, 8); und dieses Parriarchenleben wird durch die Beschneidung, als Zeichen des Bundes, besiegelt und in ihr den späten Nachkommen vergegenwärtigt und verewigt; und nun sollte durch einen einzigen Streich dieses ganze ehrwürdige, heilige Gebäude in seinen Grundlagen erschüttert werden? Jude will man heißen, und doch das Fundament des Judenthums an feinen Kindern nicht objektiv darstellen? Die zarten Pflanzen des Judenthums sollen aller Wurzel beraubt werden und dennoch gedeihen? — Welche Verirrung in einer sich unfehlbar dünkenden Zeit! — Hieran reihet sich aber eine fernere Erklärung. Noch zwei andere sogenannte Ceremonialgebote bezeichnet die heilige Schrift mit dem Namen אוח. Es sind die Gebote וחפלין Mir? (vergl. 2. M. 13, 9, 16; 31, 13, 17; 5. M. 6, 8; 11, 18). Auch diese verdienen mit Recht diese Bezeichnung und den Namen Fundamentalgebote. Durch die Sabbat fei er soll der Begriff von der Einigkeit Gottes in Objektivität treten. Der Sabbat manifestirt Gottes Hervorrufen der Natur (1. M. 2, 1—3; 2. M. 20, 11) und die Bemeisterung derselben (5. M. 5, 15). Die Tefillin versinnlichen nebst diesem Begriffe auch noch den von Gottes allgerechtem Walten, was sich durch die Bestrafung der Mizraiten, durch die Schonung und Erlösung Israels kundgethan hat. שכת מילה וחפלץ sind also Fundamentalgebote des Judenthums und entsprechen den bekannten drei Fundamental-Glaubenslehren, indem nach der obigen Erklärung שכח auf das Dasein Gottes, מילה auf das Verhältniß zwischen Gott und Mensch, als Grund und Inhalt der Offenbarung, und תפלין auf die göttliche Vergeltung hinweist. Wer könnte sich demnach brüsten, die Höhe des Judenthums erklommen zu haben, wenn ihm diese drei Fundamente, diese drei Sprossen der Jakobsleiter abgehen, oder er dieselben zu besteigen verschmähet?— Nein, es ist außer allem Zweifel! wer nicht;שכח מילה ותפלי hält, der hat die Anfänge des Judenthums nicht, und wer die Anfänge nicht hat und dennoch zur mosaischenReligionsgesellfchaft gehören will, 20