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Sabbath-Blatt · 1844-05-11 · 19 (11.5.1844) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
19 (11.5.1844)
Date
1844-05-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1844, Diese Aeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der Post zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahr ist SO Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. NW» Motto: חציו לי״י וחציו לכם. יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ. (Abot, 2, 2.) (Beza, 15 b.) te, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellun. gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jedeBuchhdl. bezogen werden. Sabbath Behar Bechukkotai, den 11. Mai. 22 פ' כהר כחץתי. Ijar, 5604. Gutachten über öerr Frkf. Reform - Verein von Jakob Löwenstein, Bezirks-Rabbiner in Gailingen (Gcoßherzogthum Baden), (Fortsetzung). Bedenket — nicht: ״Euer Seelenheil und das Eurer Kinder" will ich sagen; denn ich bedaure Euch schon genug, Eurer Verblendung wegen, und will Euch nicht auch noch zu der Sünde reizen, daß Ihr mir auf diesen Ausdruck mit einem höhnischen Lächeln erwiedertet — nein, bedenket, sage ich, welches Schisma Ihr hervorrufet, welche Spalmngen Ihr erzeuget, nicht nur zwischen Israeliten und Israe-!iten, sondern — schaudert vor dem unseligen Gedanken! — sondern Spaltungen selbst, zwischen Gatten, Geschwistern, Freunden und vielleicht gar i zwischen Eltern und Kindern! — Bedenket die ganze Schwere des auf Euch lastenden Vorwurfs, den Ihr Euch vielleicht — nein, den Ihr Euch gewiß, ganz gewiß — in spätem Tagen noch selbst machen werdet, die zartesten Familien- und Freundschaftsbande gelockert oder gar zerrissen, muthwillig, oder doch wenigstens auf den Grund leichter Raisonnements, falscher Philosopheme, inhaltleeren Wortgepränges zerrissen, auf immer zerrissen zu haben. Denn wahrlich, ich halte Euch nicht für so unsinnig, daß Ihr Euern Maximen die Ewigkeit andichten wolltet; daß Ihr wähnen könntet, Eure jetzige Denkweise könnte zu keiner Zeit verworfen werden; 4>aß Ihr behaupten wolltet, trotz des so oft eintretenden Wechsels der Ansichten, bei aller Möglichkeit der Fortbildung, die Ihr, nach Eurem obersten Grundsätze, auch dem Judenthum zuschreibet, könnte nicht späterhin eine neue Reformation die Eurige verdrängen und die religiösen Ansichten so umwalzen, daß diejenigen, welchen Ihr jetzt entgegenzutreten Euch bemühet, alsdann die herrschenden würden. Nein, das wolltet, das könnet Ihr nicht behaupten. — Wie nun, wenn Ihr Euch auch nur die bloße Möglichkeit vorstellet, Eure vermeintlichen religiösen Grundsätze könnten einst, noch bei Euren Lebzeiten, wie Seifenblasen' zerplatzen und in ein Nichts übergehen; Eure Kinder aber, schon erwachsen, schon bejahrt, die folternde Angst vor Extermination mit sich herumschleppen; wenn sie Euch nun fluchen ob des Frevels, den!Ihr begangen an Gott und an Israel, ob der Grausamkeit, mit welcher Ihr sie aus der jüdischen Religionsgesellschaft gestoßen und aus traulichen Zirkeln gerissen? — wie, wenn sie der Flüche gräßlichsten Euch noch in's Grab Nachrufen? — Kinder — fluchen — den Eltern — noch nach dem Tode fluchen — welch' ein herzzerreißender, martervoller Gedanke! — Darum, verblendete Eltern, bedenket, überleget reiflich, wohin Euer Wahn führen kann! kehret um, bevor Eure Knäblein Knaben werden, bevor Ihr den Gifthauch weiter mittheilet. Jetzt ist es noch Zeit; jetzt kann Eure Verirrung noch geheilt, das begangene Unrecht verbessert, Eure Sünde gesühnt werden. Erkennet wieder Eure Verpflichtung zur Beschneidung, eine Verpflichtung, die selbst kein Aaddukäer zu leugnen wagte, kein Karäer zu unterlassen sich getrauet. Erinnert Euch, daß zur Zeit jener Glaubenshel- 19 4 4M

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