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Sabbath-Blatt · 1844-04-27 · 17 (27.4.1844) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
17 (27.4.1844)
Date
1844-04-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jlfi 17. 1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis sür das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Portos Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von Ilr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der VN I. L. Saalschutz und I. Fürft. O de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellun. gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Achare Mot-Kedoschim, den 27. April. אחרי מוח קדושים 8. Ijar, 5604. Gutachten über den Frkf. Reform - Verein*) von Jakob Löwenftein, Bezirks-Rabbiner in Gailingen sGroßherzogthum Baden). Wie im Allgemeinen diejenigen, welche nicht nach festen Grundsätzen, sondern nach Klugheitsregeln handeln, kaum einer Schwierigkeit entgangen, sich wieder in eine neue verwickelt sehen, so auch insbesondere Jene, welche sich nicht entblöden, ihr liebes Ich, ihren Ehrgeiz, ihr kaltes Klügeln auch auf das Gebiet der Religion zu übertragen. O der Selbstbetrogenen! Sie glauben, ihre Ehre schon hinlänglich gerettet' zu haben, wenn sie ein Festhalten an das Judenthum erkünsteln, wenn sie einen ״edeln Stolz auf die Religion ihrer Väter" erheucheln; sie gerathen aber hierdurch unversehens in ein Labyrinth, aus welchem ihre Klugheit sie nicht herauszusühcen vermag; sie gerathen in Widerspruch mit sich selbst; ihr Leben ist anders als ihr Bekenntniß. Juden wollen sie zu sein scheinen, und entfremden sich alles dessen, was sie als Juden kenntlich machen würde; den Glauben an die mosaische Offenbarung tragen sie im Munde, und mosaische Offenbarungs gese tz e wollen sie nicht kennen. Nicht wahr, meine verirrten Klügler, Ihr selbst fühlet diesen Widerspruch, die Gehaltlosigkeit Eurer Maxime? Darum dränget Ihr Euch an den Markt der Oeffentlichkeit und schreiet, ähnlich jenem entschwanzten Fuchse in der Fabel: ״Reform! Reform! Lehre und Leben *) Aus der bereits erwähnten Gutachtensammlung entnommen. A. I. sind im Widerspruche!"— Wer anders aber als Ihr selbst hat diesen Widerspruch hervorgerufen? Ist dieser Widerspruch thatsachlich und unabweisbar, oder existirt er blos in Eurer unklugen Klugheit? Sind Euch denn nicht ganze Staaten bekannt, wo ohne alle reformatorische Wirsamkeit Lehre und Leben der Israeliten in völligem Einklänge stehen? und da, wo diese Harmonie fehlt, da arbeitet, ringet, kämpfet mit allen Euch gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln und Wasfen, um das Leben mit der Lehre zu vereinbaren — wir zollen Euch hierfür unsern^heißen Dank, unsere tiefe Hochachtung; wir wissen Euer rühmliches Streben in vollem Maße zu würdigen — aber die Lehre lasset aus den Schranken; sie ist zu heilig, zu erhaben, zu göttlich, um ein muthwilliges Spiel mit ihr zu treiben, um sie zu modernisiren und nach dem Leben, nach dem erst von Euch so gestalteten Leben zu modeln und zu schnitzeln. Reformiret innerhalb der von der mosaischen Lehre ausgesteckten Grenzen — wir gestehen Euch, es kann und soll noch Manches auf diesem Gebiete geschehen; — rücket aber nicht die Grenzsteine so nahe an einander, daß das Gebiet fast in ein Nichts zusammenschrumpft. Ihr gebet zwar vor, treue Anhänger des Mofaismus zu sein; nur sei dieser Mosaismus einer fortwährenden Ent- Wickelung, einer unbeschränkten Fortbildung fähig; nur den sogenannten Ceremonialgesetzen, wie sie der Talmud auffaßt, wäret Ihr abhold, nur Menschensatzungen wollet Ihr von der Gotteslehre ausscheiden rc. rc. Allein das. ist eben der Punkt, in welchem Eure Klugheit sich selbst die Fessel angelegt; ein kräftigeres Aeugniß für den Widerspruch mir Euch selbst hätte Ihr nicht oblegen können. Abgesehen von 17

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