Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 16 (20.4.1844)
- Date
- 1844-04-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für bas halbeLahr ist 20 Sgr., ohne Porto» Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt werrau mm Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Eibing. Unter Mitwirkung der DD. I. L. Saalschutz und I. Fürst. O de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditio» nen des Inu. Auslandes nehmen Bestellun. gen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Tasria-Mezora, den 20. April. תזריע מצורע 1. Ijar, 5604. Sabbath-Gäbe. Geringer Anfang, wichtige Folgen. י Die Parana des Sabbats lehret das Verhalten und die Vorsichtsmaaßregeln gegen^ das Umsichgreifen gewiffer Schaden an Menschen und Hausern. Es liegt die An- Wendung auf das Geistige nicht fern, und namentlich die Frage, was wir denn hier für Vorsichtsmaaßregeln zu ergreifen hätten, um ein Uebel, einen Schaden aus unserem geistigen Leben fern zu Hallen, oder das Ueberhandnehmen desselben zu verhindern. Als Antwort hierauf diene nur eine Lehre, die wir in den Sprüchen der Vater lesen (Kap. 2): הוי זהיר במצוד. קלה כבחמורה " Sei ebenso achtsam auf ein geringes, als auf ein strenges Gebot; denn du kennst nicht den Lohn der Gebots-Erfüllung." Es laßt sich hierbei an Dreierlei denken. Füc's erste, an den Lohn der Frömmigkeit in jener Welt, wie die Weisen (in demselben Kap.) ^bemerken: ״Wisse, daß der eigentliche Lohn der Gerechten erst in zukünftiger Welt erfolgt." Denn da wir die Art und Weise der jenseitigen Belohnungen so wenig wissen, so können wir natürlich das Maß und die Herrlichkeit des Lohnes, selbst für ein kleines Gebot, nicht berechnen. — Zweitens können wir sagen, daß der unendliche Lohn selbst einer kleinen .מצור, einer kleinen frommen Handlung, wenigstens der ist, in dem Augenblicke keine schlechte That begangen zu haben. Es ist ein ganz gewöhnliches Sprüchwort: Wer schläft, der sündigt nicht. Es liegt viel Wahres in dem W0Hte. Die Gelegenheit, uns gegen Gott, gegen uns selbst, oder Andere zu versündigen, liegt uns so rrahe; wie es heißt: ״Vor der Thüre ruhet das Laster." Und für den, der nicht Gottes Gesetz als Schutz und Talisman gm Herzen trägt, hat dadurch jeder Augenblick eine solche Furchtbarkeit (durch den möglichen Fall, daß er in ihn, rinr Dünvv brgehvn könnie, durch die vielleicht die Freude und das Glück seines ganzen Lebens getrübet würde), daß er es als Gewinn auzusehn hat, wenn er ihn verschlief, und dadurch der Angst, gesündigt zu haben, entging. Aber gleichwohl ist dies Wort nicht vollkommen wahr; denn wer schläft, der sündigt zwar nicht durch das Begehen einer schlechten That, aber vielleicht durch das Verspäten einer guten, die er bereits noch beim Wachen hatte üben sollen. Wer nun aber durch das Ueben einer .מצור, eines, wenn auch noch so geringen guten Werkes, einen Augenblick seines Lebens ausgefüllt hat, der wird darin einen unendlichen Lohn finden, wenn er bedenkt, daß dieser Augenblick, wenn er mäßig gewesen, ihm ja Sünden hätte darbieten können. Drittens aber, und dies scheint hier das Natürlichste zu sein, liegt folgender Gedanke nahe. Du kennest nicht den Lohn der erfüllten Gebote, auch nicht der kleinsten derselben, und du kannst ferner nicht die Strafe der an Statt derselben vielleicht begangenen, auch kleinsten, sträflichen Handlung berechnen, denn שכר מצור. מ׳, der Lohn einer gottgefälligen That, ist eine andere gottgefällige That und 'שכר עברה עב, die Strafe einer Sünde ist eine andere, vielleicht größere Sünde. Dies liegt aber in dem natür- 16