Mannheim
Compact Memory

Sabbath-Blatt · 1844-04-10 · 14 (10.4.1844) · p. Seite 54

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
14 (10.4.1844)
Date
1844-04-10
Page
Seite 54 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/8620046-8637379-8637408--475-8620423
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5-1 tönt, dann laß uns auch, wie David und Jonatan, unsererLiebegedenken vor Gott, 1) לאמו־ י׳יי יהיה ביני ובינך Sam. 20, 42), und aller heiligen Entschlüsse unserer Jugend, die nur durch Ihn gelingen können! -- wahrlich, eure Liebe würde verkläret werden durch den Gedanken an Ihn, der selbst der Quell der Liebe ist und das Gesetz der Liebe in unser Herz gelegt und in seinen Offenbarungen, als heilige Pflicht, verkündet hat. Und in der That, wir haben ein solches Bundeszeichen der Liebe errichtet, wenn auch nicht mit den Lebenden, so doch mit den Hingeschiedenen. Wir standen, Hände ringend an ihrem Sterbelager, wir standen thranenvoll an ihrem Grabe, wir konnten uns nicht trennen von dieser geliebten Hülle, wir konnten nicht verschmerzen den Gedanken, daß sie nicht mehr mit uns sein sollten. Aber allmalig wurde der Schmerz milder, aber allmalig erbleichte das tiefe Schwarz des Trauer-Gedankens. Die Ereignisse des Lebens, die Ansprüche, welche die Lebenden an uns machen durften, lassen nicht immer das Bild der Heimgegangenen in gleich lebendigen Zügen vor uns dastehen. Aber wenn die Feste kommen, wenn wir uns von der Zeitlichkeit weg zu unserm Gotte wenden, dann geben wir uns auch, in einer heiligen Stunde, ganz der innigen Pflicht liebender Erinnerung hin. Dann werden ihre Namen von uns genannt, wir sprechen sie aus in einem Gebete des Friedens. Es steiget auf, in dem Hintergründe unsres Herzens, es tritt hervor aus dem Nebel-Vorhange der Vergangenheit, das Bild ihres Lebens und ihrer Liebe. Es erwachet in uns der Klang ihrer innigen Worte, da sie uns mahnten oder trösteten, da sie theilnehmend und weise rathend zu uns sprachen. Ja, es ist das Gebet, in der heiligen Festesstunde, das uns wieder, mit vollem Herzen, mit Schmerz erfülltem Angedenken zu ihnen führet. Die freudigen Lobgesange des Festes verhallen für einen Augenblick. Wir reißen uns los von dem dankbaren Entzücken des Lebens, um den Tobten heilig anzugehören. Ja, es ist das Gebet, das uns mit ihnen einet, das seinen schönsten Sieg erringet über Zeiten und Raume, knüpfend den zeitlichen Sinn an Gedanken der Ewigkeit. Und wenn wir nun ihrer Gedanken — si e haben uns nimmer vergessen. Sie hat kein zeitliches Sorgen und keine zeitliche Pflicht entführet dem Gedanken der Liebe. Sie sind zwar hingegangen ״zur Ruhe," in ihren Gräbern, aber auch ihre Liebe sagt zu uns das Wort aus dem hohen Liede der Liebe: ״Ich schlummere zwar, aber mein Herz ist wach." (Beschluß folgt.) Gutachten über -Le Beschneidung von S. L. Rapaport, Ober-Rabbiner und Ober-Appellanten zu Prag. (Aus dem Hebräischen übersetzt). (Fortsetzung). III. Abstrahiren wir von der abgeschmackten Einwendüng, die Beschneidung sei nicht bei der Gesetzgebung am Sinai wiederholt worden, sei nicht erwähnt in dem Buche Josua und bei den Propheten; ist denn etwa Gottes Wort an Abraham nicht hinreichend, uns diese Verpflichtung auszulegen? ״Du sollst meinen Bund halten," sprach der Herr, ״du und dein Same nach dir auf ihre Geschlech, ter. Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen euch und zwischen deinem Samen nach dir" rc. (Genes. 17, 9, 10). Kann sich sonach noch irgend Einer, dem die Bibel heilig ist, von einem Bundeszeichen lossagen, das Gott an Abraham für ihn und seine Nachkommen für ewige Z e i t e n gab? Man hat entgegnet, daß sich ja auch die Jsmaeliten, weil von Abraham abstammend, beschneiden. Nun denn, wodurch können wir uns von diesem Bundeszeichen lossagen? sind wir etwa weniger die Nachkommen Abraham's als die Jsmaeliten?-— Die Wahrheit ist aber, daß dieses Bundeszeichen, als solches, nur für die Nachkommen Jsaak's gegeben worden, wie es heißt (das. V. 19 u. 21): ״Du sollst nennen seinen Namen Isaak, und ich werde aufrecht erhalten meinen Bund mit ihm zum ewigen Bunde auf seinen Samen nach ihm.... Aber meinen Bund werde ich errichten mit Isaak". Abraham beschnitt aber den Jsmael, wie er alle seine Hausgenossen beschnitten hat. — Nur die Arader, welche unsere heil. Schrift verfälschten, sagen Jsmael sei der vorzüglichste unter Abraham's Nachkommen. Aber auch dann könnten wir, die Nachkommen Jsaak's und Jakob's, uns nicht vom Bunde losreißen. Häufig erwähnt auch die Schrift den Bund der Väter (ברית אבות) und dieser Bund ist ein Grundelement unserer Religion. Viele Scheingelehrte verbreiten ferner den Jrrthum, als beginne unser Gesetz erst mit der Gesetzgebung am Sinai, und als hätten alle früheren Gebote keine Gültigkeit für uns. Allein in Wahrheit sind alle Männer von Adam abwärts, wie Noach, Schem, Eber und Abraham, als unsere Erzieher und Lehrer, als die Prototypen unserer Denk- und Handlungsweise in der Anerkennung Gottes und Heilighaltung seiner Vorschriften anzusehen (Kusari 1, 95). Abraham war der Erste, der auf seinen vielen Umzügen den Namen Gottes überall hin verbreitete; vor ihm sprach der Herr: ״Denn ich habe ihn erkannt, auf daß er gebieten wird seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, daß sie halten den Weg Gottes, zu üben Gerechtigkeit und Recht" (Genes. 18, 19). Von ihm erhielten wir das heilige Erbgut, zu wahren Gerechtigkeit und Recht; sollen wir uns etwa weniger hiezu verpflichtet

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.