Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 13 (4.4.1844)
- Date
- 1844-04-04
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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52 des salomonischen Tempels noch eine besondere nationale Bedeutung erhalten; um nun diese Erinnerung, welche die Zuneigung des Volkes an die davidische Dynastie erhalten konnte, zu vertilgen, hatte er, um die Bedeutung dieses Festes nur als eines mosaischen zu erhalten, die Zeit dieses Festes weiter hinausgerückt. Da sich Anlecedentien einer solchen Verlegung der Festtage beim Passahopfer für Unreine und Entserntwohnende finden, so mochte dieses den zehn Stammen nicht für so rechtswidrig vorgekommen sein. Die übrigen Festtage hatte Ierobeam wahrscheinlich alle beibehalten, da sich keine Spur vom Gegentheile findet; es ist daher anzunehmen, daß er auch das ewige Bundeszeichen, die Beschneidung, beibehalten hat. Ware damals die Beschneidung nicht als das einzige kennbare Unterscheidungsmerkmal von den zehn Stämmen aufrecht erhalten worden, worin waren sie sonst von den benachbarten Völkern, deren Laster und Frevel sie sich zu eigen machten, unterschieden und als Israeliten kenntlich gewesen? Festtage allein würden solches nicht vermocht haben. Als israel. Brüder wurden sie aber immer angesehen; so sagt auch der Prophet Jesaja zu Rechabeam: ״Ziehet nicht hinauf und streitet nicht wider euere Brüder" (2. Ehr. 11). Auch würden es sonst die Propheten nicht versäumt haben, sie wegen Unterlassung der Beschneidung so zurechtzuweisen, wie sie es wegen Verletzung der Sabbatgebote gethan haben. Vieles Volk aus den zehn Stämmen nahm auch Antheil an dem Passahfeste, welches Jechiskijahu so solenn gefeiert hat (das. 30, 18); wenn nun unter diesen auch Unbeschnittene gewesen wären, so würden sie gewiß nicht zugelassen worden sein. Unter den verschiedenen Sekten, die seit der zweiten Tempelperiode entstanden, wie die Samaritaner, Baithusäer, Minim, Galiläer und Karaiten, hat es noch Niemand gewagt, die Beschneidung auszuheben, die selbst denen als ein heiliges Grundgesetz galt, welche sich sonst nur wörtlich an das schriftliche Gesetz hielten. Und in unserer Zeit wagen es diejenigen, welche eine auf Jccthümer gegründete, neue Religion predigen, die Grundelemente des Judenthums zu erschüttern und sich dennoch Juden zu nennen! (Fortsetzung folgt.) Mancherlei zum Denken. Von Jerusalem und den Juden daselbst, sagt Hr. G a u ss e n, Geistlicher in Genf: *) ״Jerusal em ist, was nie vergessen werden darf, nicht allein in der Vorstellung der Bevölkerungen des Morgen« landes, sondern in der Ordnung des göttlichen Regiments und in den Aussprüchen der Propheten, der Mittelpunkt der Welt. Für den Griechen, den Lateiner, den Armenier, für den Juden, ja für den Muselman selbst ist es die heilige Stadt; es ist das Ziel beständiger Wallfahrten. Trägt sich dort etwas Wichtiges zu, das Gerücht davon wird eben so stark witerhallen in den Synagogen von Sudan jenseits der Wüste, als in denen Polens am Ufer der Weichsel, und dies außerordentlich elektrische Volk wird schnell die Bewegung bis an die entferntesten Theile seines großen Körpers fühlen. — Bereits enthalt Jerusalem eben so viele Juden als Muhammedaner. Zwei Zwecke ziehen sie hin: zuerst das Studium der heiligen Schrift und des Talmud, sodann das Glück, im Thal Josafat begraben zu werden. Selbst zu der Zeit, als die Türken nur Drei- Hunderten von ihnen die heilige Stadt zu bewohnen erlaubten, sah man Jahr aus Jahr ein zu Jaffa Schiffe landen, deren traurige Ladung nur aus israelitischen Gebeinen des stand, die nach Jerusalem gesandt wurden. — Man muß den Juden zum ersten Male in der Stadt seiner Väter ankommen sehen. .Wenn er noch eine Tagreise von ihr entfernt ist, legt ec seine besten Kleider an; sobald ec sie gewahr wird, zerreißt er dieselben, wirft sich auf die Erde, weint und fängt zu beten an, und wenn er endlich in die heilige Stadt eintritt, geschieht es nur das Haupt mit Erde bedeckt. Nie kam ein verbannter Sohn mit mehr Zartlichkeit in's Vaterhaus heim, nie sah ein stolzer Baron die Behausung seiner Vater mit mehr Schmerz von fremden Händen an sich gerissen. — Aber hauptsächlich muß man sie an dem. Tage sehen, wo sie sich unter der westlichen Mauer von Morija versammeln, um aus den Steinen, welche, wie man glaubt, zu den Grundmauern des alten Tempels gehörten, zu weinen. ״Nichts ist rührender) wie dies Schauspiel", sagt der Reisende Wilde, ״nie werden es mir die Jahre aus dem Andenken verwischen. Da waren sie in Gruppen versammelt, Klage führend und David's Lieder singend, ganz nahe dem Orte und in der Sprache, darin sie David verfaßt hat, vor eben den Mauern, welche vor achtundzwanzig Jahrhunderten von denselben Gesängen wiederhallten; jede Note war durch einen Seufzer geschwellt oder durch Schluchzen unterbrochen, sie küßten diese Steine der Mauer, wagten aber nicht, ihren Kreis zu überschreiten, weil der Halbmond des Jsläm auf der Spitze des Minarets glanzt und die blutroche Fahne Muhammed's über ihren Häuptern flattert. Wenn man mich fragen würde, was das Interessanteste auf meiner ganzen Reise an den Küsten des Mittelmeeres gewesen sei, so würde ich antworten: der über den Trümmern Jerusalem's weinende Jude." *)In einer exaltirten Missionsschrist: die Juden und die Hoffnung ihrer baldigen Wiederherstellung vermittelst des Evangeliums. Karlsruhe, 1843. 8. E. Macklot. < A. I. Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.