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Sabbath-Blatt · 1844-04-04 · 13 (4.4.1844) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
13 (4.4.1844)
Date
1844-04-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1041* Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das.halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihneu d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt werwm Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der DE). I. L. Saalschutz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Aeitungs - Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Passahfest, den 4. April. פסח 15. Nisan, 5604 Fest-Gabe. Ursprüngliche Reinheit der Seele. מצה זו שאנו אוכלים על שום מה : על שום שלא הספיק בצקם של אבותינו להחמיץ עד שנגלה עליהם מלך מה הק״בה וגאלם: ״Diese ungesäuerte Brode essen wir, zur Erinnerung, daß der Teig nicht Zeit gehabt, zu säuern, bis daß der König der Könige, der Heilige, gepriesen sei er! ihnen erschien und sie erlösete." Hagada. Es bietet sich hier gar leicht der Vergleich dar, mit der innern Eigenthümlichkeit des Menschen. Ungesäuert ist das Getreide, das aus dem Boden sprießet, das Mehl, das sich uns darbietet, ja der Teig selbst, wie ihn ursprünglich die Hand bereitet, und er bleibt es, wenn er sogleich dem Feuer genähert wird, das ihn zum genießbaren Brode umschaffet. Nur wenn er stehen bleibt, mit dem Sauerstoffe der umgebenden Luft in Berührung kommt, und zu gähren beginnt, dann wird er gesäuert. Dies wurde damals verhindert, durch die schnell herbeikommende Erlösung durch Gott. Auch in unserer innern Natur, auch in unserer Seele ist es so rein und ungesäuert von dem Sauerteige der Sünde, kam die menschliche Seele aus Gotteshand. Rein und unverdorben ist noch immer die Seele des Kindes, wenn es auf den Schauplatz seines Lebens tritt. Nur die sich darbietende Gelegenheit erweckt die Sünde, die sich verirrenden Wünsche und Neigungen unserer Seele gerathen auf Abwege, und jede Sünde laßt sich, wenn man zu ihrer Wurzel zurückkehrt, auf ein ursprünglich schuldloses, oder gar rühmliches Begehren zurückzuführen. Was kann es Schuldloseres geben, als das Verlangen, von seinen Mitmenschen geachtet zu werden! Die edle Ruhmbegierde hat in alter und neuer Zeit die herrlichsten Thaten vollbracht, aber in ihrer Ausartung, in ihrer Verirrung wird sie zur Ruhmsucht, zur ungemessenen, unbewachten Ehrbegierde, die kein Mittel scheuet, und kein Blut schont, um von sich reden zu machen. Was kann es Natürlicheres geben, als das Verlangen, durch Speise und Trank dem täglichen Bedürfnisse entgegen zu kommen! Aber durch die künstliche Bereitung unserer Speisen, durch Trägheit und Genußsucht, artet dies Verlangen aus in Völlerei, führt es den Menschen zur Gewohnheit des Trunkes, die ihn bis zum Thiere erniedriget. Wer wird ursprünglich Anstoß nehmen, an dem Wunsche, was uns wohlgefällt, zu besitzen, und durch seinen Besitz die Annehmlichkeit unseres Lebens zu erhöhen. Liegt dieser Wunsch nicht allem bürgerlichen Fleiße, aller bürgerlichen Betriebsamkeit zu Grunde? Aber wo der Mensch seine Bildung vernachlässigt, sich der Unthatigkeit hingab, und nicht gelernt und sich nicht geübt hat, das, was er wünscht und was er beraucht, durch rechtliche Mittel sich zu verschaffen, da wird ihn dies Verlangen, durch sein unbewachtes Gähren, in Sünde verwandelt, zur unrechtlichen Aneignung, zum Diebstahl und zum Raube führen. Ja, was kann es Höheres geben als Andacht und Religion; und dennoch führte die erste, indem sie ihr ursprüng- 13

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