Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 12 (23.3.1844)
- Date
- 1844-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünscben, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der NN. I. L. Saalschütz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditioneu des Inu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem bann das Sabbath - Bl. auch durch jedeBuchhdll bezogen werden. Sabbath Wajikra, den 23. März. פ׳ וי קרא 3. Nisan, 5604 Israels Erhaltung durch sein Gesetz. (Fortsetzung und Schluß.) Zwar sagt man zu uns: Welche Ansprüche habt ihr, als Volk fortzuleben? habt ihr, als Israeliten, ein Vaterland, habt ihr einen Boden, der eure Volksthümlichkeit nährt? und ferner, wenn ihr treue Israeliten sein wollet, wie könnt ihr Europäer, wie könnt ihr Deutsche sein? Und wir antworten: wir haben kein israelitisches Land, wir haben keinen israelitischen Boden, wir sind zerstreuet, wir sind verflüchtigt durch die Welttheile, über die Meere hin. Aber Eines vereiniget uns, es ist der Gedanke Gottes, wie er sich uns in der Geschichte unseres Volkes offenbart. Diese heiligen Erinnerungen sind der Boden, in dem wir wurzeln, aus dem wir unser Leben ziehn, der Himmel, für er den wir auf Erden, seiner Vorhalle, uns vorbereiten, ist unser religiöses Vaterland. Für den Erdboden, der uns einet, haben wir die Tora, das Gottesgesetz, für die Berge und Flüffe, die uns an unsere Vorfahren, an unsere Geschichte erinnern mögen, haben wir die Feste und heiligen Handlungen; was bedürfen wir da für diese Er in nerungen des irdischen Vaterlandes, des eigenen Ackers? Und darum eben können wir, mit alle den Gefühlen, die das irdische Vaterland erwecket und in Anspruch nimmt, sein, was wir dem Staate, dem wir angehören, sein sollen. Darum können wir mit all' der heiligen Gluth des Herzens, ■ bie wir in Deutschland leben, Deutsche sein, mit Begeisterung und Thal, wie wir es bewiesen haben, und jederzeit, mit Gut und Blut, beweisen wollen. Weil wir, als Israeliten, Gottes sind, weil wir, als Israeliten keine Untreue und kein Falsch, sondern nur Liebe und edle Menschengefühle in uns nähren sollen, darum können wir unseres Königs sein, darum können wir unfern Brüdern angehören, mit unserm heiligsten Streben, das Gott uns für das Erdenleben geboten hat. Nein, dein dankbarer Rückblick in die Vergangenheit, in der sich Gott dir offenbart hat, Leine Treue gegen Gesetze und Symbole, die dich an deine israelitische Abkunft mahnen, sie stehen in keinem Widerspruche gegen irgend eine deiner jetzigen bürgerlichen Pflichten. Mag man dich auch ״Volk" nennen, du bist es nicht, in dem Sinne wie es andere Völker sind. Was dich als besonderes ״Volk," als religiöse Gemeinschaft, fortdauern läßt, sind nur Wünsche und Pflichten reingeistiger Art, sind nur Er inne rungen an die dir gewordene Gnade deines Gottes, der ja aber auch der Gott der Völker ist, den ja auch die Völker glauben, unter denen du deshalb um so glücklicher weilest. Und wenn du treu bist dem Gesetze, das dich zum Israeliten macht, so darfst du deshalb nicht minder treu sein, dem Gesetze, das dich zum Bürger deines Vaterlands macht. Wenn du den Sabbat und die Feste halst, wenn du dich symbolisch in den Betmantel hüllest, die Tefillin an« legst, die Speisen meidest, die das Gesetz dir verboten hat, so übest du einen ganz eigenen Kreis von Pflichten, die 12