Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 10 (9.3.1844)
- Date
- 1844-03-09
- Page
- Seite 40 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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40 und ließ ihn kosten da der Erde Frucht, ließ aus dem Fels ihn Honig saugen, gab Oel ihm aus dem harten Stein, Butter der Kühe und der Schaafe Milch, das Fett der Lämmer und der Widder Basan's, das Nierenfett der Böcke, Weizenbrot und Blut der Traube, Wein. Da ward Jeschurun fett und schlug aus, du warst zu fett, zu satt, zu voll, entliefst dem Gott, der dich zum Volk gemacht, hieltest geringe deiner Rettung Fels. Ja sie ereiferten ihn über Fremdlingen, mit Scheusalsgötzen reizeten sie ihn: sie opfern den Dämonen und nicht Gott, Göttern und kannten sie auch nicht, Neulingen, kaum erfundenen Götzen, vor denen euren Vätern nie gegraut — Und ihn, der dich gezeugt, den Fels vergaßest du, vergaßest Gott, der dich zur Welt geboren. (Fortsetzung folgt.) Revue jüdischer Zustände. Deutschland. Das preußlsche Judengesetz, dem man allenthalben mit der größten Spannung entgegen sieht, soll bald veröffentlicht werden. So viel bis jetzt davon verlautet, werden die Juden als eine besondere Korporation angesehen werden. — Ein Herr Mauritius hat die Meinung aufgestellt, daß die preuß. Regierung darauf hinarbeiten müsse, die zahlreichen Juden im Großherzogthum Posen zu beschränken. Jeder Skribler wirft sich jetzt zum Legislator der Juden auf. — Hr.Dr. Philippson in Magdeburg hat den Vorschlag gemacht, daß dieRabbiner und Prediger sich jährlich an einem zu bestimmenden Ort versammeln sollen, um über verschiedene Angelegenheiren gemeinsamen Rath zu pflegen. Mehre angesehene Rabbiner und Prediger haben bereits ihr Versprechen gegeben. — Herr Stein, der, wie unsere Leser bereits wissen, zum Rabbiner in Frankfurt a. M. ernannt worden, soll, wegen der Beschränkung seines Wirkungskreises, sein Amt nicht sobald antreten wollen. — Der Frankfurter Reformverein treibt ein schändliches Spiel mit den Juden. In der A. A. A. schleudert er einen fulminanten Artikel gegen diejenigen, welche ihre Gutachten für die Beschneidung gegeben haben, und sagt, daß er in Betreff der Beschimpfung von Seiten der Juden, ein gleiches Schicksal mit den Christen habe! Diese Männer, welche eine solche Sprache führen, sind so unverschämt, ihr Verharren im Judenthume marktschreierisch auszuposaunen. — Aus Bla iern wird über Fortschritte in Schulen und Kultus berichtet. Oesterreich. Auf eine würdige und schöne Weise haben die Juden in Prag die Ankunft des Erzherzogs Stephan gefeiert. Die Prager Bürger, beschränkten Kopfes und beengten Herzens, wollten dieJuden an einem, dem Erzherzog zu Ehren gebrachten Fackelzuge nicht Theil nehmen lassen. Um aber auch ihre Freude an den Tag zu legen, speisten die Juden 250 Arme — worunter blos 50 jüdischen Glaubens — und jeder Arme erhielt noch 20 kr. C.-M. — Wichtiges über die Juden Ungarns werden wir in der nächsten^ Nummer berichten. Vermischte Rachrichten Die israelitische Wohlthätigkeitsgesellschaft in New-Pork feierte am 15. Januar ihr viertes Jahresfest. Mit den Einladungen zu demselben, welche sowohl an israelitische als nicht-israelitische Freunde der Wohlthätigkeit ergingen, war zugleich die Bitte um Beiträge zur Unterstützung der Armen verbunden, der, bei dem festlichen Mahle, auf eine anerkennenswerthe Weise entsprochen wurde. (Z. d. Judenth.) Nach dem Journ. Asiatique hat Dr. Munk, auf der königlichen Bibliothek in Paris, ein bisher unbekanntes arabisches Werk über Indien gefunden, das über Literatur, Phllosophie, Wissenschaft und Sitten der Hind'us merkwürdige Auskunft giebt. Es ist aus dem Anfänge des eilften Jahrhunderts. (Ausl.) Die Direktion des katholischen Gymnasiums in Glogau hat für die dieselbe besuchenden Schüler, israelitischer und lutherischer Konfession, besondere Religionslehrerangestellt. (Locomotive). Eine ähnliche Einrichtung findet in den österreichischen Staaten gleichfalls schon längst statt. Nach den neuesten Statuten des Bürger-Schützen-Vereins in Meurs können auch Juden Schützen-Könige werden (ebend.), was übrigens auch in Elbing und wohl an andern Orten gleichfalls der Fall ist. In Groß - Kallo starb neulich ein Israelit von 115 Jahren. Sein ältester Sohn ist 89 Jahre alt. Die Zahl seiner noch lebenden Enkel und Ur-Enkel ist 400. (Humorist). Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.