Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 10 (9.3.1844)
- Date
- 1844-03-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeZahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ih- »ea d. Blatt v. der Post iu's Haus geschickt wer- Ä fl* mm Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der VN. I. L. Saalschutz und I. Fürst. G de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld . an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Aeitungs - Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen ^Bestellunggen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Ki tissa, den 9. März. פ׳ כי תשא 18. Adar, 5604. Gottesherrlichkeit, im Spiegel feiner ^Werke. ״(Moses) sprach: Laß mich schauen Deine Ehre. (Gott) sprach: Ich will all' mein Gut vor deinem Angesichte vorüberführen und rufen vor dir im Namen des Ewigen, und ich werde gnädig sein, dem ich gnädig bin und mich erbarmen, dessen ich mich erbarme. Und er sprach: Du kannst mein Angesicht nicht schauen, denn mich schauet kein Mensch und - bleibet am Leben. Und es sprach der Ewige: Siehe hier ist eine Stätte bei mir, so stelle dich an den Felsen. Und wenn nun meine Ehre vorüberziehet, so werde ich dich bringen in die Oeffnung des Felsens, und meine Hand über dich decken, bis ich vorüberzog. Und ich werde wegnehmen meine Hand, und du wirst, nachblickend, mich erschauen, aber mein Angesicht kann nicht gesehen werden." 2. B. Mos. Kap. 33 W. 17 bis 23. Es kann wohl keine Frage fein, daß wir bei den erhabenen Gedanken, die hier an unserer Seele vorübergeführt werden, jeden menschlichen und sinnlichen Begriff entfernen müssen, daß wir, wobei Mose ben Maimun uns als Wegführer und Lehrer vorangehen soll, Alles im geistigen Sinne, als göttliches Bild und Gleichniß aufzufaffen haben. Moses bittet: ״zeige mir deine Wege" und dann wieder: /,laß mich deine Ehre schauen.^ Hier könnte uns denn zuvörderst auffallen, daß ihm die Antwort wird: ״du kannst mein Angesicht nicht sehen", das ja Moses nicht verlangt hatte. Aber bei näherer Betrachtung läßt sich allerdings jene Bitte in zweifachem Sinne auffaffen. Wir können den Weg Jemandes einmal verfolgen, indem wir ihn selbst sehen, unser Auge an seine eigenen Schritte, an seine eigene Gestalt, heften. Oder auch: wir dürfen ihn nicht selbst sehen, sondern nur die Spuren verfolgen, die den Weg, den er ging, bezeichnet. Wenn z. B. ein geliebter Fürst durch das Land schritt, so werden wir, wenn wir auch nicht selbst erreichen, den Weg, den ec genommen, an dem begeisterten, weithin hallenden Zuruf des Volkes, oder an der Freude, an den Wohlthaten, die er zurückließ, erkennen. Also auch Moses konnte der Gewährung seiner Bitte entgegengeführt werden, durch das Erschauen der eigensten Herrlichkeit, des eigensten Wesens Gottes, oder auch nur dadurch, daß er den Weg der Gnade verfolgte, den Gott selbst unsichtbar, an ihm vorüberging. — Die zweite Bitte giebt denselben zweifachen Sinn. Die Ehre Gottes ist einmal die Fülle der göttlichen Vollkommenheit an ihm selber, es ist ,ממקומו כמד ה' die Vollkommenheit des Ewigen in seinem innersten Wesen und Sein, in seiner eigensten höchsten Stufe und Unermeßlichkeit, oder es ist auch die Ehre, von der gesagt wird: ״ השט׳ מספרכ' כבוד אלdie Himmel erzählen die Ehre Gottes," seine Herrlichkeit in dem Weltenspiegel, in wie weit sie aus seiner Schöpfung uns entgegenleuchtet. Nur die eine Art, Gott zu erkennen, ist dem Menschen möglich, die andere höhere, liegt, soweit sie für geschaffene Wesen überhaupt erreichbar ist, außer oder über den Kräf- 10