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Sabbath-Blatt · 1844-03-02 · 9 (2.3.1844) · p. Seite 34

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
9 (2.3.1844)
Date
1844-03-02
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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auch die 12 Worte dar, in deren sprachliche Bedeutung wir einzudringen suchen. Die erste Reihe ist פטדה ,אדם und ברקת. In אדם, welches roth heißt, bietet sich uns nun zuvörderst eine sinnbildliche Hindeutung auf die gesunde Farbe und Jugendfrische des Menschen dar. והוא אדמוני heißt es von David, er war rothwangig, da sein kräftiges und blühendes Aussehen, bezeichnet wird. Ja, der Name des Menschen, אדם, selbst, ist vielleicht von der Farbe und Frische seines Aussehens im kräftigen Zustande hergenommen. ראובן stand denn auch auf dem אדם eingegraben, als wolle es sagen, sehet da den Menschensohn, בן ארם, dem Rubine gleicht er in Glanz und Farbe seiner Jugend! Und ferner ist ברקת das Blitzen des Schwerdtes, d. i. gewaffnecer, leuchtender Much, daher auch der Name des bekannten Helden: Barak. Also frische, blühende Lebenskraft, die Geistesblitze des Mutbes und des unerschütterlichen Selbstvertrauens, das ist etwa das Geleite des Menschen, wenn er auf den Schauplatz dieses Lebens tritt. Da hält er noch seine Kräfte, das Vollgefühl seines Glückes für unzerstörbar. Da giebt es für ihn auch noch keine Gefahr, der zu trotzen, keine Schwierigkeiten, die zu überwinden, er sich nicht zugetraut. Aber sind erst die drei ersten Jahrzehnde unseres Daseins hingegangen, und tritt er in die zweite Periode seines Lebensalters ein, wie vielfach wird da schon jenes Selbstvertrauen herabgestimmt! Denn zwar giebt es eine gewisse geistige Jugendfrische, die, wenn wir sie einmal genommen, uns nie entfliehet, einen gewissen Muth, der uns dann niemals mehr verläßt. Aber nicht dies ist es, was die zeitliche Jugend zu schätzen weiß. Sondern der Ruhm, nach dem sie ringet, das blühende Lebensglück, das sie sich suchet, ist meist nur äußerlicher Glanz, der keine Bürgschaft seiner Dauer in sich tragt. Bald fliehet dann jener äußere Putz und Schmuck (נפך) des Lebens hin, wie der Prophet (Jer. 4, 30.) sagt כי תקרעי בפוך עיניך לשוא תתיפי, was durch falschen Schein getäuscht, das bewährt sich gar bald als trügerisch. Dann beginnt der Sterbliche zu fühlen, daß seine Tage ihm zugezählt sind (מפיר), wie es im Hiob heiße— מספר הדשיו ״ ,אתךdie Zahl seiner Monde stehet bei Dir," Du stelltest ihm eine Leb ensgränze, die er immer überschreitet, wir erinnern uns dann lebhafter, daß einst der Augenblick kommt, der diesem Sein ein Ende macht (׳הלם), und von dem die Worte gelten können: יהלמני עריק הסד, trifft er mich als Gerechten, so ist es Seligkeit. Da beginnen wir ferner an den Steinbruch (לשם) zu denken, an das Aushauen und Zurichten jenes kostbaren Steines, der, mit der Inschrift der Liebe, so wir uns solcher hienieden werth gemacht, von der Hand der Ueberlebenden, dereinst die Brust des Menschen, an seinem Grabeshügel deckt — an jene Stunde der Rückkehr (שבו), da Gott spricht: שובו בני אדם, da er die Seelen zu sich zurückrust und die Hülle dahin gehen heißt, wo das Denkmal ihre Stätte zeigt, und wir sprechen zu uns selbst: ״ (אוזלמה) ,היינו בתלמיםwir waren wie Träumende," all' das äußere Glück des Lebens und all' sein Glanz ist Nichts als Traum. Und geböten wir selbst über Salomo's Schätze, die er sich von Tarschisch holete — in jener Stunde sind sie für uns eitel und ohne Werth (תרשיש), und sprechen zu uns: רששנו (Mal. 1,4) unser Glanz ist zu Nichte worden! Dann wandelt sich das jugendliche Roth in Bläße, שהם, und alle Lebensherrlichkeit wird zu Staub ישפה, wie es in Hiob heißt: ״ שפו עצמותיו לא ראוes zerfallen seine Glieder und verschwinden." Und welche Lehre liegt nun hierin für uns? Und wie können uns nun jene vier Reihen, zu den ארבע טורים, zur Gesetzesweisheit des Lebens werden, zu einem Brustschilde gegen die Gefahr der Sünde? Möge dies sich uns in dem früher übergangenen פטדא andeuten, zusammengesetzt aus פוט verachten, ge ring sch ätzen und דא, das so viel ist als: וה, das Jetzt, die; Gegenwart, עולם הזה, die Zeitlichkeit. Also daß wir die Zeitlichkeit auf ihren wahren Werth zurück führen, daß wir sie nicht höher achten, als sie verdient, daß wir es inne werden, es dauere nicht immerdar das Morgenroth, אדם, des Lebens, und daß all' das Blitzen seiner Pracht (ברקת) wie der leuchtende Thautropfe ist, der sich auf der Blume wiegt, wie das Funkeln der Schneeflocke, die vor der Sonne schmilzt — dies führt uns dahin, daß wir lernen, unsere Tage zählen (ספיר), die rechte Benutzung der Zeit in der Erwerbung von Tugenden, die, wie Hiob sagt, dem Menschen die wahre Jugendfrische wieder geben und erhalten (ישוב לימי עלומיו) und seine Fürsprecher sind am Tage des Gerichts. Und dann dürfen wir die letzte Stunde nicht fürchten. Waren wir gleich wie Träumende, so kommt doch jenseits der Morgen, ■t>a wir zur Freudenfülle der Ewigkeit erwachen. Ja möge selbst, wie der Psalmist sagt, mit Thraneu ge säet worden sein — die Erndte dort ist Seligkeit. ״Klagend und thränenvoll" ziehet das Trauergeleite hin,

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